Band 
Erste Band.
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Buch VI. Die Republik Rom,

Hierauf nach wenigen Tagen stritt Sulla vor den Thoren derStadt sieghaft gegen Pontius Teleslnus, einen Sammler, von desMarius Partei. Der Tag seines Einzuges war für den ganzenMarianischen Anhang, für alle, die Sulla selber, die einer seinerFreunde oder Soldaten haßte oder beneidete, Signal des Todes.Um dem Rachschwert Schranken zu setzen, wurden Proscriptions-tafeln bekannt gemacht, worin die Ermordung anfangs achtzig,nachmals fünfhundert angesehener Männer befohlen, den Mörderndas ganze Vermögen derselben zuerkannt, und ihre Kinder von allemZutritt bürgerlicher Aemter lebenslänglich ausgeschlossen wurden.Als Mord Gewinn wurde, galt Manchem Reichthum für Verbrechen.Achttausend Mann, die sich dem Sieger ergeben hatten, wurdenzusammen umgebracht; das Wuthgeschrei war so groß, und so großdas Geheul der Hülflosen, daß der Senat auf der benachbartenCuria in Beratschlagungen nicht fortfahren konnte; Sulla sprach:„Es sind einige Elende, die man um ihre Verbrechen straft." Derjüngere Catulus antwortete: „Wir tödten im Krieg die Bewaffneten,„im Frieden die Anderen; mit wem sollen wir leben!"

Auf Präneste hielt der sechsnndzwanzigjährige Consul Marius,würdig des militärischen Ruhms seines Vaters, lang heldenmüthig.Indeß befahl Sulla, seinen Bruder, den Prätor, nach dem Grabedes alten Catulns zu schleifen; hier wurden ihm Zunge, Ohrenund Augen ansgerissen, hierauf ein Glied nach dem andern mitKeulen zerschmettert. M. Pletorius wurde hingerichtet, weil erüber diesem Schauspiele in Ohnmacht gefallen. Als der Kopf desPrätors an die Mauer von Präneste geworfen wurde, gaben derjunge Consul und des Telesinus Sohn, sein Freund, einanderden Tod. Als die Stadt sich ergab, wurde die ganze Bürgerschaftniedergemacht.

Indeß fiel auf Sicilien der Consul Cnejus Carbo mit einergroßen Menge der Seinigen durch die Waffen des jungen Pompejus.