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Buch VI. Die Republik Rom.
bitten zu lassen. Hiedurch betrog er die Römer fünfzig Jahre umihre Republik.
Als Antonius rüstete, wußte Cäsar Octavianus den Waffen,die er (schien es) gezwungen erhob, das Ansehen zu geben, alsführe er sie wider den Plan Rom einer Aegyptierin zu unter-werfen, und alle Formen der Freiheit in die Anbetung einerKönigsmacht aufzulösen. Marcus Agrippa, ein Mann von großemVerstand und rastloser Thätigkeit, Freund Octavians, durch eigeneMacht unfähig die seinige zu stürzen, durch seinen Biedersinn außerVersuchung es zu wollen: dieser geschickte Feldherr, welcher schonden Sextus Pompejus überwunden (den Antonius hierauf hatteermorden lassen), war die Seele des Krieges auf Cäsars Seite.Acht Legionen und fünf Cohorten führte er nach Griechenland; erhatte ungefähr dritthalbhundert Schiffe; Antonius größere; die seini-gen waren lenksamer. Er bemächtigte sich verschiedener Gewässerund Häfen, durch welche dem Antonius Zufuhr und Verstärkungabgeschnitten wurden. Ueberhaupt betrug sich Antonius mit derSorglosigkeit eines sonst erfahrenen Kriegers, der im Schooße derLust seine Kraft eingebüßt hatte; sein von Sosius und Publicolacommandirtes Heer zeigte guten Willen; aber die Königin war inder Seeschlacht Lei dem Vorgebirge Actium die erste welche Sicher-heit in der Flucht suchte; er, sobald er dieses vernahm, folgte. SoVerlässen, ergaben sich die Meisten; Octavianus vergab. Hieraufging er nach Aegppten, und besiegte unschwer die Ueberreste derMacht. Auf ein Gerücht vom Tode der Königin gab Antoniussich den seinigen. Sie lebte; sie hoffte noch auf die Gewalt ihrerReize; aber sie fanden das Herz des Ueberwinders verschlossen. Daverschmähete auch Cleopatra das Leben; statt einem Triumphwagenzu folgen (sie die Tochter der Ptolemäer, sie von Cäsar geliebt und vonAntonius angebetet), gab sie unversehens vermittelst, wie es scheint,eines Schlangenbisses oder einer vergifteten Haarnadel, sich den Tod.