Band 
Erste Band.
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292 Brich VNI Schilderung des alten römischen NeichS.

Die Theilung der Gewalt schien ihre Behauptung zu erleichtern,und der Ehrgeiz der Großen konnte eher in Unterwürfigkeit gehaltenwerden; es konnte der Aufenthalt in der Nähe der Gothen undNllemannen der Erhaltung militärischer Tugenden dienlicher seynals das verdorbene Leben der Hauptstadt. Wirklich wurden dieGotben von ferneren Unternehmungen abgehalten, die Allemannenbei Langres und in Helvetien (bei Windisch) geschlagen, Britannienznm Gehorsam gebracht, und Persien zu einem guten Frieden ge-nöthigt. Aber es brauchte keine große Menschenkenntniß, um vor-zusehen daß nicht immer zwei oder vier Fürsten einstimmig handeln,und nicht immer Cäsarn geduldig die Erledigung des ersten Rangeserwarten würden. Die durch Verwüstungen und üble Verwaltungerschöpften Provinzen sahen, noch bei Diocletianns Leben, bürgerliche(oder vielmehr innerliche) Kriege, Barbaren durch Thronprätendentengegen Nebenbuhler in das Reich gerufen, und neue verhaßtere Artender Laster an der Stelle vormaliger Gräuel.

Doch Diocletianns genoß nebst seinen Collegen bis in daszwanzigste Jahr der Ermüdung der Parteien und der kriegerischenTalente beider Cäsaren; bis endlich jener erstere, durft) frühe Alters-schwächen, oder (wie einige unwahrscheinlicher glauben) durch desCäsars Galerius Ungeduld bewogen, die Regierung niederlegte;Maximianus folgte seinem Beispiel ungern, und nur weil es nichtanders seyn mochte. Hierauf ernannte Constantins seinen SohnConstantinus zum Cäsar, Galerius den Severns.

1 , 6br. Bald beschloß Constantins sein ruhmvolles Leben und seine

306. ^liebte Verwaltung. Nach einiger Zeit wurde Galerius den Römernverdächtig, daß er sie mit einer Auflage belegen möchte. DiesesMißvergnügen benutzte Maximian, um seinen Sohn MaxentiuSznm Herrn Italiens auszuwerfen; wodurch Severns allerdings unter-drückt wurde. Jener übernahm nach des Vaters Rathschlägen dieRegierung. Indeß gewann der junge Constantinus die Herzen der