Gap. 1. Ludewig der Große. 5
pflegten, war der Hauptgrund eines bald ganz neuen Tons derGeschäfte und großer Fortschritte der Humanität.
Wenn man an Sidney, an Locke, Shaftesbnry, Newton.Bayle und Leibnitz denkt, so ist auffallend, daß in dem sogenann-ten Jahrhunderte Ludewigs Xl V. die wichtigsten Schriftsteller nichtvon ihm pensionirt, und großentheils seine Feinde waren; diesehaben die Wissenschaften in der That am weitesten gebracht; für dasgemeine Wohl dachten diese Männer mit vorzüglichem Patriotismus:aber das größte Aufsehen, die ausgedehnteste Wirkung, machen dieberedsamsten, nicht die tiefsinnigsten Schriftsteller; jene werden ammeisten gelesen. Daher die große Kunst zu gefallen bei den Lehrerndes guten Geschmacks in Frankreich der Weisheit späterer Zeiten denWeg in die Köpfe und Herzen aller Menschenclafsen allein eröffnete.
Dieses Verdienst gebührt jenem Pascal, der zugleich die ganzeKraft und die ganze Feinheit der französischen Sprache darstellte,dem majestätischen Bossuet^ welchem wir zu Ehren seines Genie'sseine Leidenschaften vergeben, wie Fenelon sie ihm vergab; Fenelon,dessen einschmeichelnden Reiz die Tugend selbst entlehnen würde, wennsie unter Sterblichen wohnen wollte; wer gedenkt nicht DespreaupBoileau's antiker Eleganz und Correctheit, des hohen Schwungs,den aus umringender Barbarei der große Corneille nimmt, derVollkommenheit eines Racine, der Originalität Moliöre's und laFontaine's! Diese großen Schriftsteller waren wie jene Dichter,welche in der Literatur der meisten Völker dem Jahrhundert genauerPhilosophie vorangingen, und den Funken göttlichen Lichtes bei ihnenentzündeten. Ihr elektrischer Schlag weckte unsern Norden aus demeinförmigen Studienwesen der Universitäten.