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Buch XXII. ArankretchS Uebergewicht in Europa.
Capitel 2.
Spanten.
n.Ehr.
1665.
n. Ehr .
1650.
n. Ehr.
1644.
In Spanien starb, wenige Jahre nach dem Anfang der SelbstHerrschaft Ludewigs, Philipp IV., welcher Portugal, Ronssillon,Artois und die niederländischen Generalitätslande eingebüßt hatte;glücklich, daß er nicht Catalonien auch verlor, und daß er endlichden Holländern ausgesöhnt wurde.
Seit die Mauren vertrieben worden, und nach der langenUnterdrückung, nahm die Volksmenge Spaniens merklich ab. Ort-schaften wurden verlassen; Feldbau und Gewerbefleiß vernachlässiget;in dürren Gegenden verfielen die alten Wasserleitungen der mauri-schen Könige, ihre Cisternen wurden verschlammt. Granada, wodas Getreide vier und zwanzigfältig die Saat ersetzt, hatte zuweilenauf kaum vier Monate Brod. Die Seidenfabriken, welche andert-halb Millionen Pfunde verarbeiteten, und die Wollenmanufacturen,verminderten sich. So wenig kannte man die Grundsätze des Han-dels, daß die Einfuhr roher Seide verboten, die Einfuhr verarbei-teter seidener Stoffe erlaubt wurde: die Eigenthümer der Maulbeer-plantagen dachten an keinen Gewinn, als wie sie fleißigern Völkerndie Seide theuer verkaufen möchten.
Dafür beschäftigte sich der königliche Rath, dem Apostel SänUago das Patronat von Spanien abzunehmen, um es der heiligenTheresia zu übertragen: zwar behauptete sich der alte Ruhm desApostels, bis, da die Waffen des Prinzen von Conde bei Rocroygesiegt, mau für ersprießlich hielt ihm den Erzengel Michael wenig-stens zum Collegen oder Coadjutor zu geben. Unter Philipp I V.wurde der Triumphplatz zu Granada geziert; ein Triumphplatz, nichtFerdinands und Jsabellen, sondern der Jungfrau Maria, deren Statuedie Feinde der unbefleckten Empfängniß unter die Füße tritt.