Band 
Vierter Band.
JPEG-Download
 

Gap. 14. Der Krieg von 1668.

31

wollte Ego von Fürstenberg, der ibm ganz ergeben war, zum Kur-fürsten von Köln haben. Die Gemahlin seines Bruders, des Her-zogs von Orleans, machte Ansprüche auf die Pfalz.

Karl Ludewig, des unglücklichen Königs Friedrich Sohn, einthätiger und kluger Herr, war gestorben; sein Sohn, der Kurfürst ^ ^Karl, war der letzte von dem Hause der Pfalzgrafen von Simmern. 1680.Ein anderer Zweig des pfalzgräflichen Stamms blühte zu Zwei-^ ^brücken. Desselben Lande waren meistens Erbstücke der Grafen von 1685.Sponheim und Veldenz. Einer dieses Hauses, Wolfgang, ein sehrangesehener Fürst im sechzehnten Jahrhunderte, hinterließ PhilippLudewig, seinem Sohne, das an der Donau gelegene FürstenthumNeubnrg; dem zweiten Sohne, Johann, Zweibrücken; Karl, demdritten, das Schloß und die Gegenden von Birkenfeld. Letztererist Stammvater des nun von Zweibrücken und Birkenfeld genanntenHauses; von Johann stammen die Helden, die schwedischen Könige,

Karl Gustav und Karl Xll.; von dem ältesten, Philipp Ludewig,der Pfalzgraf Wolfgang, welchen der Streit über die ErbschaftJülichs zur katholischen Religion brachte, und dessen Sohn, PhilippWilhelm, in hohem Alter, nach Kurstürst Karls Tode, die Kur-pfalz bei Rhein erbte. Charlotte Elisabeth, Schwester KurfürstKarls, Herzogin zu Orleans, diente ihrem Schwager, dem König,zum Vorwande, in die Pfalz einzufallen.

Noch erinnern sich die Einwohner des Tages, auf welchen an- ^gesagt wurde, daß so viele blühende volkreiche Städte und eine 1689.so große Menge Dörfer, die ganze Pfalz, von ihren Eigenthümernverlassen werden sollen, weil die Armee des allerchristlichsten KönigsBefehl habe das Land zu verbrennen. Es war diese Instruktionkeine Wirkung der Ueberraschung, noch wurde ste in der Vollziehungzu weit getrieben; ähnliche Maßregeln wurden vier Jahre später,als Louvois nicht mehr lebte, ergriffen, und Henault bemerkt kalt-blütig: „der König habe die Pfalz verbrennen lassen, um durch eine