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Vierter Band.
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32 Buch XXII. Frankreichs Uebergewtcht tu Suropa.

„Wüste die Gränze seines Reichs zu bedecken." Also wurden alleStädte von Grund aus umgekehrt. Noch sah man achtzig Jahrespäter zu Heidelberg, Speyer, Frankenthal, Worms, Ruinen, halbeingestürzte Ringmauern; Heidelberg wurde mit Feuer und Schwertverwüstet; man schonte die Gruft der Kurfürsten nicht, die Todtenwurden beraubt, in Speyer die Asche der Kaiser zerstreut.

Die Feldherren und Staatsmänner, die dem Könige den Zu-namen des Großen erworben, waren meist gestorben; niemandleitete ihn zu der Wahl würdiger Nachfolger; Hofcabalen, derenSeele die Geistlichkeit war, bestimmten des Königs gutmeinendeFreundin, Maintenon, mittelmäßige Köpfe in die höchsten Würdenzu empfehlen, und Männer von Geist und Muth nieder zu halten.Den Finanzen fehlte Colbert. Der Staat seufzte unter Schulden.Ganz Europa war wider den König verbunden: fremde Feldherrenhatten von den seinigen siegen gelernt; eine dreitägige Seeschlacht,bei la Hogue, entkräftete auf lange Jahre die Flotte. Ludewig selbst,nun sechzigjährig, fing an, Abnahme des Feuers zu fühlen. Esfing an, ihm begreiflich zu werden, daß der Kampf eines Einigenwider Alle zuletzt erschöpfend sey. Er hatte keine Freunde als dieTürken, deren Kräfte den Kaiser nicht abhalten mochten am Rheinzu operiren; problematisch war die Ergebenheit der Schweiz; derKönig von Schweden, als Glied des teutschen Staatskörpers, nunwider ihn.

Drei Jahre suchte Frankreich den Frieden; die Alliirten schienenden Krieg in die Länge zu ziehen. Endlich wünschte Großbritanniensein Ende: er kostete diesem Reich jährlich sechs Millionen PfundSterling; Wilhelm HI. hatte die Größe und den Ruhm, die erwünschen konnte, erreicht; seine Gesundheit war schwach, heftig nachder Revolution der Kampf der Parteien, im Parlament, in derNation: und er fühlte, daß die Bedürfniß der Kriegskosten ihn zuabhängig machte. Alle Mächte sahen mit Unruhe dem Abgang der