166 Buch XXtlI. Theresia, Friedrich und Nordamerika.
Adrianopel kam. Die Kriegsoperationen nahmen den Anfang beiChotin. Sie waren den Russen ungünstig: der Fürst Galizynmußte über den Dnestr zurück. Immer übte der Wessir in denGefilden von Jsakschia die ungebildeten Schaaren, welche er zuSoldaten machen wollte, ehe er sie wider die Feinde führe. Chotin,überrascht, erhielt sich durch muthvolle Vertheidigung und Hülfe vondem Wessir; zum andernmal mußte Galizyn weichen.
Aber Molodowni Ali Pascha verleumdete den weisen Wessir,und er wurde zurückberufen. Der Nachfolger ging über den Dnestr.Eben brachen Regengüsse in den Gebirgen, die Wasser stiegen, zer-rissen die Schiffbrücke, und das Heer fand sich durch einen nnsurt-baren Strom getheilt. Muthvoll hielten die Hinübergegangenengegen den Aufall der Russen; ihre Brüder sahen sie mit stiller Be-wunderung, der Wessir wußte nicht, was er thun sollte. Als jenebeinahe sämmtlich gefallen, erschallten von dem ganzen Heere aufdieser Seite Verwünschungen, sie vergaßen Chotin, und stürztenunaufhaltbar nach der Donau zurück; in vierzehn Tagen verließenVierzigtausende die Fahnen. „Gott und sein Prophet war nichtmit Molodowni." Die russischen Heere vereinigten sich. Sie fandenauf Chotin reichen Borrath von Artillerie; die Moldau und Wlacheywaren der Preis dieses Tages; Elmpt und Prosorofsky zogen ohneWiderstand in Jassy, Bukaräschty und Gallatsch ein.
Indeß der Wessir in das Elend verwiesen wurde, eilte Rum-jänzow zum Angriffe seines Nachfolgers Halil; Graf Panin unter-n. Chr. stützte den Feldmarschall und bedeckte die Gränze. Man beschloß1770. die Türken zu trennen, und ihnen die Zufuhr abzuschneiden. Alsowurde der Krieg zu Wasser und zu Land geführt, und sintemalnicht genug war sich des euxinischen Pontus zu bemeistern, wennder Hellespont offen blieb, fuhr eine russische Flotte um Europaherum, und erschien im griechischen Meer.
Der Wessir bediente sich des Vortheils übermächtiger Zahl, um