Cap. 12 . Der Türkenkrieg von 1768 . 167
die Feinde von allen Seiten zu beunruhigen, er vertrieb sie auseinem Theil der Moldau und Wlachey, und öffnete sich die frucht-baren Gefilde Bialogorods. Aber die Erscheinung der Feinde inSüd nöthigte ihn sich seiner besten Truppen, der Macedonier, zuberauben. Unfern der Ausflüsse des Pruth stieß Rumjänzow aufden Weffir. Einen Monat sahen sie sich; Halil war stark und sicherpostirt. Nur veranlaßte die unmäßige Schlachtgier eines Theils derSeinigen ein Gefecht, worin sie unterlagen; er mit seinen Schaarenmußte der Erfahrung derjenigen weichen, die wider Friedrich zuFelde gestanden. Hierauf vereinigte Prosorofsky die Gegenden zwi-schen Dnepr und Dnestr und erleichterte dem Grafen Panin dieBelagerung von Bender. Ein Pascha lag darin mit 16,000 Mann,auf zwei Jahre verproviantirt; seine Ausfälle waren heldenmüthig;die russische Artillerie war nicht gut bedient; die Russen verlorensehr viel Volk; sie hatten Mangel, Krankheiten, unter vierzehnRegimentern zehn neue; die weitläufige Festung hielt zwei Monate;bis eine Compressionskugel (eine Verwickelung mehrerer mit vier-hundert Pud Pulver beladenen Minen) eine starke Bresche warf;auf diese der Sturm; Schlacht in allen Gaffen; in den Gärten,hinauf nach der Burg; und während des Würgend Plötzlich vonmehrern Seiten Flamme; drei Tage und so viel Nächte brannteBender. Da unterwarfen sich alle Myrsen von Budziak, um ihreschönen Dörfer, das Werk langen Fleißes, zu retten. Da ergabensich Kilianowa und Bialogorad; Brahilow wurde verbrannt. DerWeffir zog in die Gebirge des Hämus. Der General Baur (Paninhatte den Dienst aufgegeben, weil die Zusage unerfüllt blieb, dieer vor Bender seinen Soldaten gethan) bemächtigte sich vollends derMoldau und Befsarabiens (herrlicher Steppen mit fetten Weidenund Holz bewachsen; Länder, reich an Salz und Metallen, zwischenAkjerman und Bender, ein fortwährender Garten). Die Moldauist ein Land von ungefähr tausend Quadratmeilen; noch größer die