Band 
Vierter Band.
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170 Buch XXIH. Theresia, Friedrich und Nordamerika.

Hauptstadt Friedensgesetze zu geben. Vergeblich begehrte die Be-satzung der Burg von Lemnos freien Abzug. Indeß die Russen siezu erobern suchten, entflammte Hassan, jetzt Kapudan Pascha, drei-tausend Freiwillige, die in schlechten Fahrzeugen unerwartet erschienen,und Lemnos befreiten. Die russische Seemacht hielt sich hierauf indem Hafen Ausa, den Gewässern von Paros. Die Pforte hattekeine Schiffe mehr, Syrien und Aegypten waren im Aufstand; undnoch vier Jahre dauerte der Krieg, ohne daß die Sieger von Tschesmeweder auf dem Lande noch auf den Inseln der Griechen eine festeNiederlassung errichtet hätten.

Gegen Ende dieses Feldzuges verkauften einige unwissende odereigennützige Russen zu Aassy von der Pest angesteckte Waaren. DerCommandant hielt für Heldenmuth, keine Anstalten zu machen. Inkurzem wüthete das Uebel in der ganzen Stadt; die Menschen fielenauf den Gassen. Es kam nach Chotin, und bald waren von fünfJnfanterieregimentern mehr nicht als vierhundert Mann übrig.Kleidungsstücke brachten die Pest in die große Armee; dieß nöthigteRumjänzow, sie eiligst zu theilen. Schon hatten einige Soldatensie in die große Stadt Kyow getragen; die Aerzte kannten sie nicht,oder scheuten sich, sie zu nennen: daher die Wuth bald unaufhaltbarwurde; Fliehende verbreiteten sie jenseits des Dnepr und in dieBerge; Arme, selbst Angestellte der Polizei, plünderten ausgestorbencHäuser; kaum rettete der Winter und Major Schippows muthvolleVerwendung den Rest der Volksmenge. Wolle aus der Ukrainesteckte indessen die große Fabrik zu Moskau an. Es wurden Pro-cessionen gehalten, wodurch sie verbreitet wurde. Alle Feldherrenund Großen, mit ihnen Ansehen und Ordnung, verließen die Stadt.Nun starben auf einen Tag bei neunhundert Menschen; viele lagenunbegraben in den Thüren ihrer Häuser. Da erregte ein Kauf-mann, welcher vorgab, durch ein Gnadenbild geheilt worden zuseyn, gefahrvolles Zusammendrängen der Menge, welche vor unser