Band 
Vierter Band.
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196 Buch XXHI. Theresia, Friedrich und Nordamerika.

nach Aufhebung der Belagerung Bostons, vereinigten sich alle nord-amerikanischen Colonien zu Behauptung der Unabhängigkeit in eineGeneralconföderation. Auf diese Nachricht beschloß der französischeHof, nach seiner jeweiligen Maxime in Unterstützung der schwächernPartei gegen rivalisirende Mächte, der bis dahin geheim begünstigtenSache der Amerikaner sich öffentlich anzunehmen, und Meere undHandel von der brittischen Präpotenz oder Alleinherrschaft zu befreien.Was sonderbarer scheinen mußte: der König in Spanien, der Be-sitzer und Unterdrücker von Südamerika, waffnete gleichfalls für dieGründung eines mächtigen und freien Staates in Nordamerika.

Dieser Krieg unterminirte die Staatskräfte der europäischenHöfe; die schon unmäßige Nationalschuld der Britten wurde beinaheverdoppelt; er kostete dem Hof zu Versailles über 900 MillionenLivres; die Völker wurden an die Ideen der Freiheit gewöhnt, sieerkannten das Geheimniß der Schwäche unpopulärer Gebieter.

Eine Zeit lang wurde der Krieg ohne merkwürdige Ereignissegeführt; eS war dem Hause Bourbon genug, die Feinde seiner neuenFreunde in Unthätigkeit zu halten; man scheute die Launen desGlücks, man gedachte des vorigen Ruhms brittischer Waffen. Derweise Washington sah nie auf Glanz und Schein, er suchte dendauerhaftern Ruhm der Erreichung seiner Absicht. Plötzlich trug sichzu, daß bei Saratoga ein englisch-deutsches Heer von den verachtetenMilizen der neuen Welt eingeschlossen und gefangen gemacht wurde.

Nach diesem Unglück erneuerte das brittische Parlament jeneserhabene Beispiel römischer Standhaftigkeit nach dem cannensischenTag. Wenn die Kriegsmanier sich nicht besonders darin ungemeinverändert hätte, daß auf die Lage der Finanzen heutigen Tages ebenso viel ankömmt, als auf die Weisheit der übrigen Minister undauf militärischen Heldenmuth, so hätte der Ausgang derselbe seynkönnen wie bei den Römern. Aber nachdem Elliot gezeigt, was inder Vertheidigung brittischer Geist und Muth vermag, und Rodney,