Buch 
Geschichte Gustav Adolphs, König von Schweden : und seiner Zeit / für Leser aus allen Ständen bearbeitet von August Friedrich Gfrörer
Seite
IV
JPEG-Download
 

IV

Schwedens zu Gebot, als durch die Darstellung aus.Ein klarer Verstand, jene Kraft der Phantasie, welcheso selten und doch so unumgänglich nothwendig für denHistoriker ist, und welche es ihm möglich macht, sich inverschwundene Zeiten zurück zu versenken, und dieselbenvor den Augen des Lesers wieder zu beleben, endlichein gewisses Etwas, was ich das germanische Gefühl,ein Erbtheil unserer Ahnen nennen möchte, machen ihnwürdig, die Geschichte des edlen Schwedenvolkes zubeschreiben. Ich habe Herrn GeijerS Werk für daserste Buch meiner Arbeit ausschließlich benuzt, und ge-stehe gerne ein, was ich ihm verdanke. Leider erschiender dritte Theil seiner Geschichte Schwedens erst im Win-ter 1836, als ich beinahe schon fertig war, und ich konntedaher seine Schilderung Gustav Adolphs und seinerZeit nur für die lezten Bogen meiner Schrift benützen.2) Rühs Geschichte von Schweden (64r und 65r Bandder Halter Weltgeschichte). Rühs war ein fleißigerSammler, dem einer Menge gedruckter schwedischer Quel-lenwerke zur Hand waren, welche auf der im histori-schen Fache sonst so reichen Stuttgarter Bibliothek feh-len, und auch in unserem südlichen Teutschlande sehrschwer zu bekommen sind. Man darf sich auf diesenGelehrten verlassen, denn er hat sehr Vieles mit Auf-merksamkeit gelesen, an Verstand fehlt es ihm nicht,und die Phantasie macht ihm keine Sprünge. Lezteresist aber zugleich der Hauptmangel. Trockener und lang-weiliger kann man kaum einen von Natur so reichenund fruchtbaren Stoff behandeln, und wenn er sich,was ihm da und dort widerfährt, gar einmal abmüht,erhaben zu sehn, und den Leser aufzuregen, so möchteman vollends lieber gar davon laufen. An historischerKunst fehlt es ihm ganz und gar, denn was ist dasfür eine Art, wenn man die Geschichte eines Volks in