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und Soldaten hinstellt, und die wahren Plane desKönigs hinter theologischen Phrasen so oft verhüllt.Der schwedischen Parthei hatte er sich mit Leib undSeele ergeben. Was dabei aus Teutschland werdensollte, war ihm ganz gleichgültig. Seinen völligen Man-gel an Patriotismus hat er bekanntlich unter dem falschenName Hippolhtus a Lapide, durch jene berühmteSchmähschrift gegen den Kaiser aufs genügendste be-wiesen. 3) lb.6 «olä-it 8ukäoi8 von Spanhemius.Unter den Geschichtswerken über Gustav AdolphsThaten, das früheste und meist sehr gut unterrichtet.Nur nimmt er oft den Mund zu voll und artet inPrahlerei aus, so daß man Napoleon'sche Bulletins zulesen vermeint. Freilich mag die französische Sprache,die einen großen Ueberfluß von lobrednerischeu Phrasenhat, nicht wenig schuld daran sehn. 4) Die kleineSchrift deö Genüssen Burgus, der ein scharfsinnigerMann gewesen sehn muß, aber seine Beschreibung sokurz machte, daß sie für den Biographen GustavAdolphs von geringem Nutzen ist. S) Gualdo Priv-ratos Werk in Franchevilles Übersetzung. Gualdo,focht wie sein Landsmann Burgus, selbst in dem30jährigen Kriege mit; er war einer von jenen feinendurchdringenden Köpfen, die man vielleicht mehr als beijedem andern Volke unter den Italienern trifft; denGeist des Krieges, die Charaktere und Plane der An-führer hat er trefflich aufgefaßt, in dem Einzelnen aberbegeht er eine unglaubliche Menge Verstöße, die durchneuerlich gedruckte Urkunden aufgehellt wurden. Manmuß ihn daher mit großer Behutsamkeit benutzen, unddiejenigen haben Unrecht, die ihn, wie der preußischeOffizier bei Francheville über alle andern Quellenerheben. Gualdo ist zugleich wahr und unwahr,bleibt aber immer für den, der gute Augen hat, eine