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Recht hat der Kaiser zwei Bettern deS Königs von Schweden,die Herzoge Adolph Friedrich und Johann Albert vonMeklenburg ihrer Länder beraubt, und ihr Eigenthum demGeneral Wallen stein widerrechtlich geschenkt. 5) Der Kaiserhat sich zum Herrn der Ostsee machen wollen, und zu diesemZwecke viele Seehasen in Niedersachsen und Pommern bcsezt,eine beträchtliche Zahl Schiffe ausgerüstet und die Admiralswiirdeauf jenem Meere vergeben. Dieß waren eben so viele Eingriffe indie Rechte der Schweden, denen von Alters her die Herrschaftüber die baltische See in Gemeinschaft mit den Dänen gebührt.6) Man hat die Unterthanen des Königs in verschiedenen Häfenmißhandelt, ihre Schiffe und WaareN mit Beschlag belegt, ihrenHandel nach dem teutschen Reiche unterbrochen. 7) Die StadtStralsund sey von dem kaiserlichen Feldhauptmann aus keinerandern Absicht belagert worden, als um ein Seeräuberncst darauszu machen. Ebensowohl die Interessen der Krone Schwedenals alte Bündnisse mit der Hansa hätten den König GustavAdolph genöthigt, dieser Stadt zu Hülfe zu kommen. 8) Manhat die vom Könige nach Lübeck geschickten Gesandten wideralles Völkerrecht aufs schimpflichste mißhandelt, und ihnen ver-boten, sich auf deutschem Boden sehen zu lassen. 9) Unter demVorwande, Aufrührer zu bestrafen und das Kirchengut wiederherzustellen, hat der Kaiser alle Fürsten und Stände des Reichszu unterdrücken und unter das habsburgische Joch zu bringengesucht. Endlich 10) hat der Kaiser neuerdings alle Vorschläge zumFrieden verworfen. Aus diesen Gründen sey dem Könige vonSchweden kein anderes Mittel übrig geblieben, als sich mit denWaffen Genugthuung zu verschaffen.«
In dem Manifeste finden sich ausser der Rechtfertigung deSschwedischen Angriffs im Allgemeinen noch Andeutungen zerstreut, dieaufbesondereZwecke hinweisen. So heißt es unter Anderem: »Ihrekönigliche Majestät hätte daS beste Zutrauen zu den Churfürstendes heiligen römischen Reichs gehegt, daß sie den Streit zwischendem Kaiser und der Krone Schweden beilegen möchten, auchhätten dieselben viel in dieser Sache ausrichten können, wenndie alte Freiheit der Stände des Reichs noch aufrecht stünde, undwenn die Gewalt der Bösen nicht schon so tief eingewurzelt wäre,daß alle friedlichen Mittel nicht anschlagen.« Das Aktenstück schließtmit den Worten: »Seine Majestät von Schweden erkläre feierlich,