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von M eklen bürg scheidet. Ein starker Thurm, um welchendie Kaiserlichen noch Schanzen aufgeworfen hatten, deckte denOrt. Die Besatzung vertheidigte ihn mit äusserster Anstrengung,, aber endlich drangen die Schweden ein, und hieben zur Vergel-tung der Passewalkcr Greuel alles nieder. Zunächst wurdedie Brücke erobert, welche in das Meklenburgische hinüberführt;am folgenden Tage rückten die Schweden vor Ribniz, dasgegenüber von Dammgarten liegt, und nahmen den Ort nachkurzer Gegenwehr. Die Garnison wurde größtcntheils gefangen,viele Gemeine nahmen bei den Schweden Dienste, die Offizieremußten in's Gefängniß wandern.
Bon Ribniz aus erließ Gustav Adolph eine Prokla-mation an die Mcklcnburgischen Stände, worin er sie auffordert,sich ihren rechtmäßigen Herrn, den alten Herzogen des Landes,wieder zu unterwerfen, bewaffnet in's schwedische Lager zu kom-men, und alle diejenigen, welche in Wallensteins Dienstenstehen oder ihm Hülfe leisten und anhängen, als Räuber undFeinde Gottes, als Verfolger der evangelischen Kirche gefangenzu nehmen und auszuliefern, oder im Falle des Widerstandestod zu schlagen oder zu vertreiben. Zugleich drohte er mit denhärtesten Strafen, wenn die Stände seiner Aufforderung nichtFolge leisten würden. Dieser Aufruf brachte darum die beabsich-tigte Wirkung nicht hervor, weil die Kaiserlichen durch schnellesHandeln einem möglichen Abfall der Meklenburger zuvorkamen.Gustav Adolphs eigentliche Absicht war auf den Besitz derStadt Rostock gerichtet, an welche er auch eine ähnliche Prokla-mation, wie die obige, erließ. Diese Stadt genoß das Recht derQuartiersfreiheit, das die kaiserlichen Feldherrn aufWallensteinsBefehl bisher geachtet hatten. So bald sie aber den AnmarschGustav Adolphs erfuhren, erschien eine starke AbtheilungReiter vor Rostock, und begehrte Durchzug, unter dem Ver-wände, Damm in gegen die Schweden decken zu wollen. DerStadtrath bewilligte das Gesuch mit der Bedingung, daß sie inkleinen Haufen durchziehen sollten. Als nun der erste Zug bisaus den Markt gekommen war, machte er, statt zum entgegenge-sezten Thore hinaus zu gehen, plötzlich Halt, worauf die andernnoch vor der Stadt befindlichen Reiter nachstürmten, die Thorebcsezten, die Wälle einnahmen, die Ketten, durch welche dieStraßen abgesperrt waren, sprengten. Sogleich wurde die ganze