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Büraerschaft voi'Güstrow, wie auch ein Ausschuß vonBmgernaus den andern Städten des Herzogthums. Darauf zogen 800-u Pferd einher mit acht Fahnen, hinter diesen zwei inblauen Sammt gekleidete Herolde der beiden FürstcnthümerSchwerin und Güstrow, auf Hengsten, welche mit grünenund weißen Federn geschmückt waren.'Dann folgte Herzog HansAlbrecht in schwarzer Tracht, umgeben von 36 Trabanten,welche große Schlachtschwerter trugen. Hinter diesen, sechs Kessel-pauken und 36 Trompeter in dreierlei Livree, blau, grün undweiß. Dann kam der König von Schweden in grünem Jagd-kleide, mit schwarzem Hut, auf dem eine blaue und weiße Straußen-feder wallte, er war umgeben von 24 Trabanten und 36Reitern. Im folgte der Herzog Adolph Friedrich in blauenSammt gekleidet. Die Herzoge Bogislav von Pommern,Wilhelm von Curland, und der Prinz Ulrich von Däne-mark bildeten fein Gefolge. Den Zug schloßen endlich 131 Kut-schen, in welchen die adeligen Töchter des Landes einherfuhren,und 1800 Kürassiere. Wie natürlich, ging es zuerst in dieKirche, wo über den Text Psalm 126. gepredigt wurde: »Diemit Thränen säen, werden mit Freuden ärndten.« Von derKirche bewegte sich der Zug aufs Rathhaus, dort fand die Hul-digung statt, nachdem vorher die Privilegien des Landes bestätigtwaren. Ein schwedischer Gesandter hielt eine Rede, in welcher erdie Unterthanen zur Treue gegen ihre wieder eingefezten Herrenermähnte, und vom Gehorsam gegen Wallenstein entband.Es ist nämlich zu bemerken, daß das Land bis zur Eroberungdurch Gustav Adolph auf des Friedländers Rechnung ver-waltet wurde, obgleich der Regensburgcr Reichstag ihm dasselbeabgesprochen hatte. — Auch das gemeine Volk wurde nicht ganzvergessen. Auf dem Markte theilte man Brod, das aus zwanzigMispeln Getreide gebacken war, so wie zwanzig Faß Wein undvierzig Faß Bier aus. Khevenhüller erzählt, GustavAdolph habe den Wunsch ausgesprochen, daß jede Mutter, dieeinen Säugling an der Brust trage, herbeikommen und demselbenvon dem Weine bei diesem Freudenfeste zu trinken geben möchte,damit Kinder und Kindeskinder dieses Einzuges der uralten ver-triebenen Fürsten gedächten. Steuern und Abgaben und die Leib-eigenschaft, welche in Meklenburg bis auf unsere Tage fort-dauerte, blieben übrigens beim Alten. Gustav Adolph ver-wandte nur kurze Zeit auf diese Feste, und begab sich sogleichwieder nach Werben in sein Lager zurück.
Während der König noch daselbst stand, erhielt er zwei an-fthnliche Verstärkungen von Aussen. Mitte Juli landete seineKonigin in Wolgast, mit etlichen tausend Schweden, die sierhm aus dem Erdreiche zuführte. Eine Abtheilung derselben wurdelogtcich zur Eroberung von Meklenburg verwendet, die an-kere halste stieß zu den Engländern unter dem Markis H amilton