Vorrede.
rain noch die Redlichkeit des Herzens und ei-ne gute Meinung als die Triebfedern seinerUnternehmungen an. Und wir können unsnoch nicht überreden, daß einzig und allein derEhrgeitz und der Eigennutz alle Staatsrathe/Cabinette, und Höfe, und die Herzen der glor-reichsten Monarchen belebe, zu Entschließun-gen veranlasse, bewege, zurückhalte, anreiheund angereihet habe. Nicht allemal ist derMangel der Einsicht und Klugheit der großenHerren und ihrer Staatsbeamten die Ursachevon dem Unglücke eines Staats. Nicht alle-mal hat lange List und Klugheit die gewünschteWirkung. Ungefähre Zufalle, unmöglich vor-ausgesehene und veranstaltete Mittel bringendie 'wichtigsten Veränderungen in der großenWelt hervor. Es ist eine ProvidcnZ, eine hö-here Hand, die die Schicksale der Reiche len-ken und verhängen. Schuld und Ursachen ste-cken oft in ganz andern Behältnissen, als inden Cabinetten der Großen, wann ein Staatverfallen soll. Unterdessen geschiehet doch aberauch alles mittelbarer Weist; die Mittel ufidWerkzeuge zeiget der Verfasser an, auf eine sobündige Art, daß man ihn nicht ohne Vergnü-gen lesen kann, und manches so unerwartet undeinfältig aufgelöset findet, daß einem der Glau-be oder wenigstens die Wahrscheinlichkeit rechtin die Hände gehet. Kurz, die Entwickelun-gen der Staatsintriguen und Absichten sindschön, und werden allezeit ihren Beyfall erhal-ten: dergleichen sich die meisten Reflexionen in
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