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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
Entstehung
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Jahrhundert, l. Capitel. 7

len Jnfantinn Tochter Philips des 11/ misvergnügt war/ ei-nen Tractat geschlossen. Der König versprach dem HerzogMayland/ welcher sich dagegen anheischig machte/ dieEroberung desselben/ durch die Abtrettung des ganzenTheils voll Savoyen jenseits der Alpen / zu bezahlen.Der Prinz von Piemont sollte die älteste Prinzeßinn desKönigs heirathen. Der kluge Monarch hatte sich gleich-falls des Herzogs von Lothringen versichert/ eines ebenso gefährlichen Nachbars für dm Kaiser/ als der Herzogvon Savoyen für den Besitzer von Mayland. Er hattedessen älteste Tochter/die man damals für die Erbinn derHerzogthümer Lothringen und Bar erkannte/ c) zurückebehalten / um sie dem Dauphin zu vermählen. Er hattezwo starke Armeen auf den Beinen/ auch vortrefflicheGenerals/ sie anzuführen; und seine Leidenschaft für die von^ seinem Hof entführte/ und von ihrem Gemahl zu Brüsselgelassene Prinzeßinn von Conde/veranlaßte ihN/sich andreSpitze der dritten zu stellen/ um die Niederlande zu er-obern.

Der Herzog von Eleve hatte vier Schwestern gehabt/davon die älteste Maria Eleonora / Gemahlinn AlbrechtFriederichs/ Herzogs von Preussen/ eine Tochter/ Anna/hinterlassen hatte / die an den Churfürsten von Branden-burg Johann Sigismund vermahlt war. Die zweyte /Anna/ Geinahlinn Philip Ludwigs / Pfalzgrafens zu Neu-burg / hatte von demselben einen Sohn Wolfgang Wil-helm. "Die dritte Magdalena / hatte von ihrem Gemahldem Herzog Johann dem ältern von Zweybrücken eben sowenig Kinder i) / als die vierte Schwester Sibylla/ Ge-mahlinn Carls/ des Marggrafen von Burgau/ Enkels Kai-

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-) Man hat hernach Lothringen für ein sa'ischcS Landansehen wollen.

CasimirS gedenken; weil der- rigen genealogischen Tabellenselbige in denen, rum jülichi- mit ftiner Nachkommenschaftsehen Succeßionöstrcit gehv- augesetzet ist.