Buch 
Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
Entstehung
JPEG-Download
 

6

StaatSgeschichte von einem

ihm zusammengebrachten z6 Millionen wohl anzuwendenwaren. Weil er bey seinem grossen Geist ein gutes Herzhatte/so muste seinEhrgeitz mit Menschenliebe verknüpfetseyn. Daher schlug er dem König Heinrich vor/ sich alsden Verbesseret des politischen Zustandes von Europa aus-zuwerfen / -) und eine Republik von allen unumschränktenRegenten anzuordnen/welche sich/ durch/ von ihnen zuwählende / Abgeordnete auf einer immerwährenden Ver-sammlung verwetten lassen / und als die höchste Obrigkeitdiejenigen Zwistigkeiten entscheiden sollten / deren Ent-scheidung gemeiniglich denen Waffen überlassen ist.Heinrich erkannte ohne Zweifel das ausschweifende in die-sem Entwurf. Unterdessen da die Erniedrigung des Hau-ses Oesterreich das erste war/ was zur Ausführung dieserHauptveränderung unternommen werden sollte; so stelltesich der König/ als ob ihm die auf leerer Einbildung ru-hende Begriffe des Sulli eingiengen/ um denselben an-zufrischen/die Zubereitungen fortzusetzen. Der Monarchhatte allezeit gelegne Zeit/ seinem Minister seine wahrenGesinnungen zu erklären.

, §. 2. Beschaffenheit des clevischen Erbftreits.

Indem Heinrich fast alles zu seWen Absichten an-»809 geordnet hatte/ gab ihm der Todesfall des Herzogs vonEleve/ Bergen und JüÜch einen Vorwand an die Hand/sich heraus zu lassen. Seine Maasregeln waren zu einemstarken Einfall in Italien genommen / um dem österrei-chischen Hause daselbst auch zu thun zu schaffen. Er hattemit dem Herzog von Savoyen Carl Emanuel/ welcherwegen der Mitgifft seiner Gemahlinn Eatharina/der zwey-ten

S) S. lVIem. cle 8nll! 1 . äera.

i) Hier hat der Verfasser ist. Ich will von den vieleneinen genealogischen Fehler Kindern Johannis und Mag»begangen, indeme dieses Ehe- dalenens hier nur des impaar sehr fruchtbar gewesen Jahr 1589 gebohrnen Johann

Cafl-