Jahrhundert, X. Capitel. Z87
§. 6. Erstes Geld von Frankreich. Ursachen vom
Verkauf Dunkuchens.
Carl hatte sich mit einer Jnfankinn von Portugallvermahlet. Diese Heurath ist einer von seinen größtenStaatsfehlern. Bey dem Verdacht, worinnen er stunde,daß er katholisch seye, und die Fortpflanzung diestr Reli-gion begünstige, hätte er so gar seinen besondern Vortheilund seine Neigung, wann auch eines oder das andere ihnzu der Wahl dieser Prinzeßinn gereihet hätte, der Noth-wendigkeit diesen gefährlichen Argwohn zu zernichten, alswelcher sich nicht einwurzeln konnte, ohne ihn in dienehmlichen Unglücksfälle seines Vaters zu versehen, auf-opfern sollen. Allein es war gar nicht um eine solche kost-bare Aufopferung zu thun. Portugall kannte damals dieReichthümer Brasiliens noch nicht. Es hatte die mala-barischen Schätze und die von Guinea verlohren. Einlanger als zwanzigjähriger Krieg hatte seine eignen Kräf-ten , so viel die spanische Tyranney davon übrig gelassen,gar erschöpfet. Weit gefehlt, daß dieses Reich einigenEinfluß in die allgemeinen Angelegenheiten von Europagehabt hätte, da es vielmehr in einem Unvermögen starksich ohne fremde Hülfe gegen seinen natürlichen Feind zuerhalten. Da dasselbe mit Noth die Erhaltungskostenfür seine Truppen und Plätze aufbringen konnte, so befandes sich nicht im Stande, das Heurathgut seiner Jnfankinnauszuzahlen. Sein Staat war gar noch nicht bevesti-get,und sein König war nicht sowohl ein nützlicher Bunds-verwandter für seinen Schwager, als vielmehr ein be-schwerlicher Client. Die Prinzeßinn hatte kaum etwasvor andern Personen des weiblichen Geschlechtes zumVoraus ausser ihrer hohen Geburt. Alles was man zurEntschuldigung Carls hierinnen sagen kann, ist zweifels-
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nicht verändert, und er schätzet ein Pfund Sterling auf14 Franken und 5 Sols. Zetzund ist ein Pf. Er. gleich»r Franken und 10 G-lS.