z 94 StaalSgefthichte von einem
Diese Prinzessinn war ungemekn eifersüchtig über das Ver-trauen des Königs ihres Sohnes. Sie wünschte garsehnlich bey dem Staatsrath ihres Sohnes eben den Ein-fluß zu haben, den sie bey dem Rath des unglücklichenCarl des I gehabt. Sie/ als eine Daine, welche das Un-glück belehret hatte/ würde ohne Zweifel ein Vorhabenvestritten haben / welches ihrem Sohne die Gewogenheitder Nation entziehen konnte. Carl wollte ihr die Sacheverbergen / und wünschte unterdessen doch es so zu spielen/dass sie sich nicht über das verhaltene Geheimniß beklagenkönnte. In dieser Verlegenheit bediente er sich der gutenDienste und der Geschicklichkeit des Grafen von Estra-des/ um ihr einen Vorschmack von einem grossen Anle-hen / und der dagegen auszustellenden Sicherheit/ die erLudwig dem XIV anbieten könnte/ um ihn dazu zu bewe-gen / zu geben. Estrades nennete der Königinn verschie-dene Besi'tzthümer / so Carl in Versatz geben könnte. Un-ter andem nennete er auch Dünkirchen so obenhin. Alleindieses war schon genug / daß man nach abgeschlossenemKauf der guten Prinzessinn weiss machen konnte/man habeihr die Sache vorher anvertrauet.
Estrades/ welcher die Kunst verstanden/ sich in denStand der Vertheidigung zu setzen / errichtete Gegenbat-terien auf die Batterien des Monarchen/ nachdem er dem-selben diejenige/ so man für seine stärkste hielte/ untüchtiggemacht/ nehmlich die Dürftigkeit seiner britannischenMajestät von der Summe, welche dieselbe forderte. Eswar denselben leicht als eine gültige Wahrheit darzuthun,daß die Bedürfnis des Verkäufers keineswegs die Aner-bietungen des Käufers bestimmen könnten. Die Wich-tigkeit der Erwerbung für Frankreich, der Werth desPlatzes an und vor sich selbsten, und die Nothwendigkeitdem alten Besitzer die auf die Erhaltung desselben verwen-dete große Kosten wieder zu erstatten, wurden der Vor-wurf der Behandlungen. Der französische Minister hattevom Könige seinem Herrn Befehl, vier Millionen zu ge-