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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
Entstehung
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JahrhrnMrt, X. Capitel. zss

Törinnen sie ihn gelassen/ die Verwendung der.Summen,so*er von diesem Verkauf gezogen, davon er den meistenTheil auf die, Portugall geleistete, Hülfe, und auf dasHeurathgut seiner Schwester, Henriecce, geschlagen, ha-ben ihn auch nicht einmal bey den Ausländern entschuldi-get. Aber die Billigkeit erfordert, daß, indem man dieFehltritte dieses Fürsten herunter macht, man die Em-pfindlichkeit nicht bis auf seinen Charakter erstrecke. Carlhatte große Eigenschaften, davon ihm seine Schwachhei-ten und mannichfalciges Abgleiten in.seiner Aufführungdie Ehre sticht rauben dörfen. Seine Absichten konntenzum Wachsthum der Reichthümer und der Macht der Kro-ne von Engelland ausfallen, anstatt daß die Beweggrün-de, die man ihm beymißt, um sein Verdienst zu erniedri-gen, ein Geheimnis sind, welches beständig in seinerBrust verborgen geblieben, und welches man nicht ohnethörichte Verwegenheit aus selbiger herauslesen kann.Sein heftiger Widerwille gegen die Holländer mag viel-leicht eine Gemüthsschwachheic gewesen seyn. Allein dasVorhaben sie zu demüthigen, war ein Entschluß, welchenihm die allerklügste Staatskunst alleine hätte beybringenmüssen. Er liebte das Seewesen. Er wollte der engli-schen Seemacht die Herrschaft über das Meer und dieHandelschaft verschaffen. Dieselbe war auch niemalsmächtiger und besser bedient als unter seiner Regierung»Er kannte die Ehrbegierde Ludwig des XIV, und er gabderselben einen Werkzeugmit wenig Ehre und Anständig-keit ab. Jedoch der Wachsthum der Macht, den erfür Engelland suchte, war von einer andern Art, als der-jenige, aufweichen Ludwigs Auge für Frankreich gerichtetwar. Der Erstere, unabhängig von dem Andern, würdesich haben schwingen, und bey der erlangten Höhe erhal-ten können, wann auch so gar Ludwig der XIV die zehenspanischen Provinzen mit seiner Krone vereiniget hätte.Engelland, dessen Macht durch seine Lage auf die See-kräfte eingeschränket ist, wagte nichts dabey, indem esFrankreich seine Gränzen erweitern ließe, wann Frank-reich,