4vo Staatsgeschichte von einem
reich, zur Vergeltung für diese Gefälligkeit, demselb-n'fteye Hände gelassen hätte, die Seemacht der Holländerzuruiniren, und sich ihr Commercium zuzueignen. Carlwar allezeit auf dem unrechten Wege, waö die Art anbe-langet, nach welcher er sich den Absichten Ludwig des XlVüberlassen. Dieses ist ein Vorwurf, der sein Herz ange-het. Aber man würde gewiß seiner Staatsklugheir nichtsvorzuwerfen haben, wann er im Jahr 1674 das Anerbie-ten, so ihm die Holländer zu einem besondern Frieden ge-than , angenommen hätte. Damals war der Zeitpunkt,sich als den Beschützer der sieben vereinigten und gedemü-thigten Provinzen auszuwerfen. Er konnte von ihren Un-glücksfällen Vortheil ziehen, und sich derselben bedienen,vm die Seemacht Frankreichs zu vernichten, die damalsnoch nicht viel zu bedeuten hatte; und dadurch Herr überdas Meer und die Handelschast verbleiben. Dieser Uin-stand, den er verfehlet, lässet daran zweifeln, ob er je-mals sich Hoffnung dazu gemachet, und beraubet ihn derLobsprüche, die erwürbe verdienet haben, wann er nach ei-nem ordentlichen Entwurf dieselben zur Wirklichkeit ge-bracht hätte. Aber wann man eingeftehen würde, daß esblos durch ein ungefehres gutes Schicksal gekommen, daßdas Interesse der Nation lange Zeit mit seinem Haße ge-gen die Republik übereingeftimmet, und kein viel größe-res Nachtheil, die Aufopferung seines Ruhms und seinerEhre an die kluge Freygebigkeit Ludwig des XIV, erlitten:sollte man ihn wohl um dieser Begünstigung des Glückeswillen hassen?
Carl hatte einen lebhaften Geist -»), eine bewun-dernswürdige Scharfsinnigkeit und eine ausnehmende Be-urtheilungskraft. Da er sich um verschiedene Hose sleis-fig bekümmert, so hatte er sich eine vollkommene Erkennt-nis von ihren Staatsangelegenheiten und Interessen er-worben : er selbst konnte sein allerbester Staatsbedienterseyn. Seine Geduld in seinem Unglücke setzet eme
Stand-
R.gpm. 1. IX. Lurnet. 1°. I. ^I«n. äe lemxle.