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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XI. Capitel. 4 r 5

Herzog von Patina Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen/ soglaubten sie eben soviel Vorcheil als er davon zu haben,wann sie sein Ansehen beförderten. Der Kaiser/ und derteutsche Staatskörper/ die lange Zeit in der Unentschlos-senheit stacken / wurden endlich durch einen Beystand von6OOO Mann Franzosen wider die Türken / zur Erkennt-lichkeit veranlasset. Die / durch Geschenke und Verspre-chungen gewonnenen / Schweißer erneuerten ihren Bund.Der Herzog von Lothringen / der durch eine Menge un-tauglicher Unternehmungen hingerissen war/ war demTadel von ganz Europa ausgesetzt/ und schiene den Für-sten des Reichs kaum mitleidenswürdig. Der Churfürstvon Brandenburg / und die neuburgijchen Prinzen wur-den/ bey ihrer Nothwendigkeit sich nach dem Bezeigendervereinigten Provinzen zu richten/ in die Verwirrung undSorgen mit verwickelt / worein Lyonne und, Estrades dieRepublikaner gezogen hatten. Der / von seinem Bruderund Canzler verkaufte König von Engelland / wurde vondem französischen Hofe an seine ersten Anheischigmachun-gen vest gebunden / bald durch Drohungen / bald durchGefälligkeit / und allezeit durch die Geschicklichkeit/ womitdas französische Ministerium sich entweder seiner Leiden-schaft/ die ihn belebte/ oder der Umstände/ darinnen er sichbefände / zu bedienen wüste. Carl der II und der grossePensionarius von Holland / Johann van Witt, die alleinedas allgemeine Gleichgewicht erhalten oder wieder herstel-len konnten/ wurden dahin geführet/ ohne es fast gewahrzu werden / selbsten die Werkzeuge zu ihrem Verderbenzu seyn.

§. z. Frankreichs Politik gegen Engelland.

Carl der U haßte die Holländer. Die ihm zu Eh-ren angestellten Freudenfeste gleich bey seiner Zurückbe-ruffung zur Krone/ machten keineswegs/ daß er ihnenihre schmeichlende Begegnung und bezeugte Achtung ge-gen den Cromwel/ ihre Härte gegen seine Bruder, noch

ihre