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ihre Feindseligkeit gegen den Prinzen von Oralsten, sei-nen Neffen, vergessen konnte. Seine Neigungen undGesinnungen hatten bey seiner Verstellung doch hervorge-blicket; und em Bürgermeister von Mevemblick, welcherauf 2 bis Z2OOO2 Gulden den Aufwand zu den Freu-densbezeugungen, die in den Städten der Republik beydem Durchzug des Königes Carls angestellet wurden, schätz-te , sagte zu seinen Mitbürgern, daß sie viel kluger han-deln würden, wann sie diese Summe anwendeten, Ku-geln zu kaufen r). Die Generalstaaren waren es, wel-chen der König den Prinzen, seinen Neffen, zum bestenempfohlen hatte; denen er auch die Erklärung gethan, daßer sich nimmermehr der Republik anvertrauen würde, solange als van Witt, und sein Anhang, das Ruder inHänden hätten; er hatte die Vormundschaft über denminderjährigen Prinzen auf sich genommen, dessen Glückauf die Ruinen des Pensionarius gebauet werden muste.Weit gefehlt, daß die Gefälligkeit, womit man ihm zvon den Blutrichtern des Königes, seines Vaters,ausliefer-te, ihm andere Gesinnungen eingeflöset hatte, so, daß ereinen grossen Verdruß über Frankreich, wegen eines, einMonat daraufmit den Staaten geschlossenen, Ver-'bindungs - und Commercientraktats, äusserte; und derTraktat, den er selbst im Monat September des nehmli-chen Jahres mit ihnen errichtete, wurde mit einer solchenKaltsinnigkeit abgehandelt, und mit so wenig Absicht aufdie damaligen Zeitläufte die Vecheisungen eingerichtet,daß die Staaten die Errichtung desselben dem Absehen,nur ihre Verbindung mit Frankreich zu stören, zuschrie-ben, sind den Traktat vielmehr für einen Aufschub seinerKriegsankündigung als für ein Pfand seiner Freundschaftansahen. Frankreich, welches die Gesinnungen Carlsgegen die Republik gar wohl kannte, gewöhnte die Staa-ten , gar bald zu glauben, daß ihnen sein Schutz nothwen-dig seye. Es macyte ihnen davon die Hoffnung; und in-dem diese Krone sich gegen Earln nickt weiter herausließ,
als
,) Vaderl.Hist.'r.XIH.
«) im Mär; 1662.