422 Staatsgeschichte von einem
„ Sobald als ich eure Zuschrift erhalten, habe ich„auch ohne Anstand Befehl ergehen lassen/ meine Flotte„ in einen solchen Stand zu setzen / damit sie nicht viel zu„ befürchten habe / auf welche andere Flotte sie auch im-„ mer stossen möchte: und ich glaubte / mit Grund der„ Wahrheit sagen zu können und ohne sonderliche Einbil-„ düng / daß/ wann derselben ein Unglück zustossen wür-„de/ solches vielleicht der allerunglücklichste Handel für„den König von Engelland werden würde/ den er sich„ immer hatte auf den Halß ziehen können. Nach diesem„ mag daraus enstehen was GDtt will; mir wird es ge-„nug seyn/ nichts niederträchtiges begangen zu haben/oder„ etwas/ so ich mir selbsten vorrücken könnte.
Carl der II / ein Feind der Holländer aus Neigungund aus Staatsursachen/ mit Portugall durch einen indie Augen fallenden Schritt verbunden/ von welchemBündnis; er sich nicht mit Ehren losreißen konnte/von sei-nen Unterthanen schlecht unterstützet/ welche sowohl nacheinem Krieg mit den Franzosen als den Holländern heftigschrien / gehaßt vondenPresbyterianern und Parlements-gliedern / welche sich mit Freuden in ein Verständniß wi-der ihn eingelassen hätten / verdächtig endlich bey den ver-einigten Provinzen / und von der republikanischen Par-they gefürchtet/ welche sich schon an Frankreich gewendethatten; dieser König Carl/ sage ich/ hatte kein stärkeresInteresse / worauf er denken muste / als sich diesen Prin-zen zum Freunde zu machen/ der so viele Mittel hatteihme zu schaden / und wohl entschlossen war / keines der-selben zu vernachläßigen. Wann er auch von der Erge-benheit aller seiner Unterthanen versichert gewesen wäre /und wann er auch alle Kräften der Nation hätte widerFrankreich anwenden können / was würde er damit gegeneinen König ausgerichtet haben / der mehr als hunderttausend Mann auf den Beinen hatte; der sich diejenigenvon seinen Nachbarn hatte zu Bundsgenossen gemacht /mit welchen eben Carl sich hätte wider denselben verbin-