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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XI. Capitel. 425

Nachdruck geführet hatten, hatte ihnen genugsam bewie-sen/ daß Engellanv eifersüchtig über ihren Reichthum/ unddie einzige Macht auch seye/ die im Stande wäre ihnendie Quellen zu verstopfen. Es war auch keine Hoffnungvorhanden/ daß dieselbe jemals verlöschen werde: nochviel weniger/ daß mit Gewalt dagegen etwas zu richten,oder durch gütliche Auskunstsmittel dieselbe zu tilgen wä-re. Es war diese Eifersucht / gleichsam als das Schoos-kind unter den Leidenschaften von der ganzen Nation an-genommen , und welcher die Könige früh oder spat nach-zuhangen gezwungen seyn würden/ es möchte auch dieselbeihrer besondern Neigung noch so sehr zuwider fallen.Der Pensionarius van Witt fand in diesem Stücke keineandere Sicherheit für die Republik, als in der Fortdauerder Staatsverwirrungen in Engelland/ allwo der Tod desCromwels / dessen Genie die ganze Starke der neuen Re-gierung ausgemacht hatte / die Partheyen ihren Trennun-gen überlassen / und die Nation dadurch in ein Unvermö-gen versetzte / ihre Absichten auf die auswärtigen Angele-genheiten wieder vor die Hand zu nehmen/ oder weiter zuverfolgen 2). Er lud die Parlementsanhänger ein / sichgenauer mit den sieben vereinigten Provinzen zu verbin-den ; und in dem Augenblick selbst der Wiederherstellungder Monarchie, glaubte er die Generalstaaten in der Ge-fahr eines nahen Krieges zur See zu sehen/ und in dieNothwendigkeit versetzt zu seyn / sich durch Bündnisse miteinigen Kronen stärker zu machen. Gleich im MonatOktober des Jahrs 1660 beschloß die Republik Gesand-schasten nach Frankreich und Spanien zu schicken. Diegesunde Staatsklugheit ließ kaum zu/ zwischen Ludwigden XIV und Philip den IV zu wanken und zu wählen.So war auch die dießfallö bezeugte Unentschlossenheit mehreine Wirkung der Furcht / als der Klugheit. Man be-fürchtete die Ansprüche auf die zehen Provinzen, welcheder Cardinal Mazarin / weiter zu verbergen / verachtete;und da der junge König noch nicht zu erkennen gegeben

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