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geitz zü reißen, und denselben einige Hoffnungen blickenzu lassen, davon das einleuchtende sie verführen, und da-hin bringen könnte, etwas zu wagen, um dieselben in dieWirklichkeit zu setzen. Nachdem er dem Pensionanusdurch dazu angestiftete Deputirte der zehen Provinzenhatte auf den Zahn fühlen lassen, trug er ihm ohne Um-schweif die Vereinigung der siebenzehen Provinzen in eineRepublik, die ewig mit Spanien genau verbunden blei-ben sollte, vor. Es ist wohl kein Zweifel, daß dieser An-trag nichts als ein Fallstrick gewesen. Aber es ist nochlehr ungewiß, ob ihn der Pensionarius gemerkec habe.Der kluge Staatsmann nahm die Eröffnung ganz ernst-haft an, erlaubte dem Gamara daran zu arbeiten, um derSache Glauben zu verschaffen, und schiene sich die Un-terstützung vorzubehalten, nach dem Eindruck, so dieselbein den Gemüthern der Leute machen würde. Ludwig derXiV verbarg seine darüber geschöpfte Unruhe gar nicht.Um den van Witt aus seiner Sicherheit zu ziehen, dieihn angeftischt würde haben, diesen Entwurf zu betreiben,empfahl er dem Estrades die Zwistigkeiten der Republikmir den benachbarten Fürsten zu nähren; er warf sich alseinen Vermittler bey den Herzogen des braunschweigi-schen Hauses auf, mit welchen die Staaten in einem Der-theidigungstraktat stunden. Endlich nachdem des KönigLudwigs seine Minister begriffen, daß, wann der Vor-schlag der Spanier annehmlich wäre, ihre Widersetzlich-keit die Staaten nicht zurücke halten würde, die Handzu bieten; so bezeigte er gegen diese Sache eine Verach-tung , welche das Abgeschmackte davon dem Pensionariusdesto deutlicher vor Augen stellte. Unterdessen, da nichtsleicht in der Welt ist, so ein Staatsmann nicht thun soll-te, um sich das demüthigende Bekenntniß zu ersparen,daß er ein Hirngespinnst für etwas wesentliches gehegethabe., so stellte sich van Witt, als ob die Aufgebung die-ses Vorschlages ein Werk seiner Gefälligkeit für Ludwigden XIV wäre. Als aber derselbe dem Monarchen zu ver-stehen gab, daß der Antrag des Gamara die Furcht vor
seinen