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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XI. Capitel. 44 r

jestat belieben würde, in ein Bündniß wider die Holländerzu ereilen. Es hat seine Richtigkeit, daß Ludwig der XIV,der durch die Eroberung der zehen Provinzen, worüberihm Carl die Gewährschast zu leisten versprach, in Ver-suchung geriech, gewanket, und nicht selbst den Entschlußzu fassen sich getraumet hat. Er fragte den Estradesum Rath, welcher als ein schlauer Hosmann die Allianzmit Engellanv vorzog, als deren Vortheile seinen Herrngeblendet hatten ; aber als ein erleuchreter Staatsmannhatte er diesen eingestandenen Vorzug gleichsam wi-derruffen, als er die mitverknüpften Ungemächlich-keiren darthat, worunter die vorderste war, daß dadurchder Pensionarius würde gezwungen seyn, sich vonden Scaatsgeschäfften zu entfernen, der Prinz vonOranien würde das Haupt der Republik werdenund König Carl zu dem Einfluß gelangen, den da-mals Frankreich in die Entschließungen der Republik hat-te. Mehr brauchte es gewiß nicht Ludwig dem XIV denTraktat vorzüglich zu machen. Aber seiner Minister Ar-beit war, dem van Beuningen Ludwigs seltne Treue ge-gen seine Anheischigmachungen hoch anzuschreiben ; undgleich als wann Spanien sehr fürchterlich gewesen wäre,und als wann Portugall sehr beunruhigte, vergrößertensie den Holländern die Gefahr von einer Allianz zwischenden Königen, Carl und Philip. Unterdessen um derEmpfindlichkeit Einhalt zu thun, welche die unterlasseneAusübung dieses Traktats in den Provinzen erwecken soll-te , und welchen nicht zu brechen, man als ein grosses Ver-dienst anrechnete, wurde die Verordnung der Quarantai-ne 74) für die Schiffe der Republik in den Häfen vonFrankreich, zum Besten der seeländischen Fahrzeuge auf-gehoben. Da die Erkenntlichkeit der Seeländer und dieNacheiferung der Holländer nach der nehmlichen Freyheit,

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j. T. dcS Nutzens des Landes treibenden Handlung der Ay«und der Handelschaft willen, könnnlinge aus gewissen Lan,werden Arten von Absende- den, vonden Eouverainsbe«rungen, und Aufschub der zu fohlen.