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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XI Capitel. 444

oder das andere zu erhalten. Deswegen begnügte er sichdie Garantie über den Theil der Niederlande zu verlan-gen/ den er im Namen der Königinn in Anspruch nahm.Nachdem der Pensionarius den Vorschlag schlechterdingsverworfen / indem er erklärte / daß er niemals in einenneuen Traktat willigen würde / der die Barriere verletzenwürde: so war weiter nichts als der geringe glückliche Fort-gang der Flotte der Republik / was den König Ludwigden XIV abhielte / sich so gleich auf die Seite Carls zuschlagen m). Er befürchtete der Krone Engelland einegar zu grosse Ueberlegenheit zu verschaffen; und er nahmseine freundschaftlichen Bemühungen für den Frieden wie-der vor die Hand/ in der beständigen Hoffnung/ daß einzustoßendes Unglück den Pensionarius doch noch biegsa-mer machen werde, jyonne vereitelte das Anhalten desvan Deuningen durch zweydeutige Antworten/ die erzweyfchneidige Messer nannte; Estrades hatte Be-fehl die Ursachen zu klagen / welche die Staaten dem Kö-nige gaben/ zu verbergen/ damit er dieselben nicht anderGewogenheit seiner Majestät verzweiflend machen möch-te: die Ambassadeurs zu London entwarfen Plane zur Frie-denshandlung / die sie unter Drohungen vorlegten. Sieboten die Vermittelung ihres Herrn an/ der aufrichtigverlangte zum Schiedsrichter erkohren zu werden. Un-terdessen konnte man nichts hinlänglichers den Klagen desPensionarius und der Provinzen entgegen setzen / als dieGefahr von einer ausdrücklichen Erklärung wider Engel-land. Um den erstem zu überzeugen / daß diese Furchtnicht aus Mangel der Gewogenheit herrühre/ so erbötesich Ludwig seine Neutralität öffentlich kund zu machen.Der / bey seinem Wort ergriffene Monarch/zog sich ausder Verlegenheit / indem er wegen der heimlichen Hülfs-leiftungen/ die man an ihm zur Vergeltung forderte / al-lerhand Verdrehungen und Ausflüchte zu finden wüste.Er verdoppelte mit desto grösserm Eifer sein Anhalten we,gen eines zu stiftenden Vergleiches / als er wüste / daß

Carl,

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