Jahrhundert/ XII. Capitel. 45 5
nisterium von Frankreich befürchtete, daß die Ansprücheseines Königes, wann er sie sogleich vorbrachte, die bei-den kriegenden Mächte zur Vrrsöbnung verleiten möchte;es verschob also die Verfolgung derselben, bis es die Um-stände sich günstiger gemacht hätte. Alle seine Bemü-hungen hatten zum Endzweck, den König von Engellandund oie Republik hitziger auf einander zu machen; undnachdem zwey heftige Treffen ihre Feindschaft aufs. höch-ste getrieben hatten, so suchte es den Krieg langwierig zumachen. Man sahe, wie daßelbe, dem französischen Ge-nie, und ihren Grundsätzen zuwider, den Holländern Be-dächtlichkeit anpries, und ihnen ihr zu lebhaftes Feuerverwiese. Diese furchtsame Klugheit, davon aberschlechte Gründe angegeben wurden, würde dem fran-zösischen Hof zu seinem Zweck geholfen haben, wann mansie gehöret hätte. Aber der Pensionärius van Witt,welcher der/Grund von dessen Politik einsähe, verrückteihm das Concept, indem er sich stellte, als ließ er sichdurch sein heftiges Feuer dahin reisten, Ludwig der XIVin der Meinung, die Flotte der Republik würde nichtvordem Monat Junius in die See gehen, berichtete am 9May seine Ansprüche an die Regentinn von Spanien;und er stunde den 26 schon in Flandern an der Spitzeseiner Armee. Van Witt, der die nehmliche Erklärungerhalten hatte, wurde darüber eben nicht sonderlich unru-hig, weil er nicht glaubte, daß die Ausführung denDrohungen sogleich aufdem Fuße nachfolgen sollte. Hier-auf aber beklagte er sich, er bot die guten Dienste derRepublik zur Vermittlung eines freundschaftlichen Ver-gleiches an , er zeigte die Auskunftsmittel an, und drangauf einen Stillstand. Ludwig der XIV ließ den Vorschlagthun, sich mit der Franche Cointe, Luxemburg, Cambresis,nebst den Städten Aire, St. Omer, Brügge, Dornick,Douay, Charleroy u. a. m. befriedigen zu lassen. DerPensionärius entsetzte sich über diese übertriebenen For-derungen. Der, auf der Themse durch die Flotte derStaaten erhaltene herrliche, Vortheil verkündigte ihm er>
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