Jahrhundert, Xlll. Capitel. 479
mehr vorhanden, der Rachbegierde der Provinzen Einhaltzu thun.
Die innerlichen Bewegungen endigten sich kaum mitdem Leben des Statthalters Wilhelm des II, als dieStimmen für einen öffentlichen Krieg wider Portugal!ausfielen. Der Ambassadeur Sousa Macedo wurde vorseiner Audienz mishandelt. Um ihn zu erschrecken, setztendie Staaten, ehe sie ihn anhörten, ihre Land-und See-macht, die sie zur Wiedereroberung Brasiliens anwendenwollten, in Ordnung und Verfassung. Sie waren sichsnicht gewärtig, daß er in seiner Rede sie einer Undank-barkeit beschuldigen würde. Aber so ist das gemeineSchicksal aller freygemachter, oder vor der Unterdrückungbeschützter Machte. Man rechnet ihnen die Hülfe, dieman ihnen aus blosem Eigennutz geleistet, hoch an; undman wirft ihnen als eine grosse Wohlthat dasjenige vor,was man ihnen nicht versagen konnte, ohne sich selbst dengrößten Schaden zu thun. Der portugiesische Ambassa-deur that einiger guter Dienste, so der König Sebastiander entstehenden Republik geleistet, Erwähnung ; dochsuchte er die Staaten nicht an die Erkenntlichkeit gegenseinen Nachfolger zu erinnern. Die Versammlung be-gehrte von ihm die Restitution Brasiliens und eineSchad-loshaltung. Er verwarf eines wie das andere, und böte8 Millionen der westindianischen Gesellschaft, als denVergeltungspreiß für die Abtrettung, an. Er rechnete aufdie Vermittlung der Krone Schweden, die ihm aber ab-geschlagen wurde.
Damals trat ein neuer Prätendent auf die Kronevon Portugall auf den Schauplatz, welcher der Republikdie Gelegenheit verschaffen wollte, auch einen König zumachen. Dieser war Ludwig von Crato, ein Enkel desAntonius, welcher nach dem Einbruch Philip des II inPortugall gezwungen ward zu entfliehen, da er sich nachParis flüchtete, allwo er wie ein Privatmann lebte, und
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