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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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484 Staatsgeschichte von einem

vorzutragen; und als man ihnen solches abschlug, so hin-terliessen sie dieselbe einem Staatssckretair schriftlich, undschieden ab. Ihr Admiral stieß alsobald auf die Flottevon Brasilien. Das Glück lieferte sie ihm in die Hän-de , und er nahm l 5 Schiffe davon weg. Das war esaber auch alleS/ was von den übertriebenen Vorbereitungender Republik erfolgt ist. Das folgende Jahr verlohrRuyter am Einfluß des Tagus sein Feuer, indem erver-aebens auf die portugiesischen Schiffe lauerte, welche dieRegentinn weißlich in den Häfen bleiben hieß. DieStaaten stellten sich,auffranzösische Fürbitte'/einen Still-stand auf zween Monate einzugestehen / unter der Be-dingniß/daß innerhalb dieser Zeit ein portugiesischer Ain-bassadeur / mit hinlänglicher Vollmacht zu traktiren ver-sehen/ nach dem Haag kommen sollte. Der Ambassadeurkam. Er sprach ungefähr aus dem nehmlichen Ton wievorher Sousa Macedo; und man wurde nicht verdrüß-lich darüber. Man bestünde nicht mehr auf der Wieder-einräumung: die einzige Frage war nur von der Vergü-tung / welche aber der Abgesandte viel geringer anböte/als seines Vorgängers Vorschläge gelautet harten. Manbezeigte eine grosse Verwunderung darüber. Aber dieUmstände hatten sich verändert. Die westindianischeHandlungsgesellschaft war herunter gekommen / und dieRepublik in den nordischen Krieg mit eingeflochten/ wozusie aller ihrer Kräften bedurfte. Unterdessen waren dieAnstalten und das Bezeigen der portugiesischen Regierungso schlecht beschaffen / daß sie ihre Gründe durch gar kei-ne kriegerischen Zurustungen unterstützte. Während daßsie der Republik Trotz böte / und die westindianische Ge-sellschaft verachtete / ließ sie sich die Insel Ceylon vonder ostindianischen wegnehmen. Anstatt von der Zer-streuung in Morden / welche die Republik etwas in Verle-genheit setzte / einen Vortheil zu ziehen / und wider dieostmviaittfche Compagnie etwas nachdrückliches zu unter-nehmen / unterließ sie so gar / den ihr von derselben zu-gefügten Schaden, als einen Theil'der Entschädigung,

welche