Jahrhundert/ Xlll. Capitel. 48z
Es sey nun daß die Republik sich einer grossen Ueber-legenheit gegen die Kräften Portugalls gewiß bewust war,um denselben ungestraft trotzen zu können; oder es seye,daß der grosse Reichthum den Staaten einen allzuhohenBegriff von ihrer Macht erwecket hatten genug, die De-putation vollstreckte den aufgehabten Befehl mit alle deinStolz und der Hoheit, deren sich das alte Rom angemaßethatte. Sie verlangte an der Regentinn die völlige Wie-dereinraumung der, von den Holländern in Afrika undAmerika eingenommen gewesenen, Lande, und eine sehrbeträchtliche Geldsumme zur Schadloshaltung der Com-pagnie wegen der Kriegskosten und Verluste. Sie drangauf eine schleunige und ausdrückliche Antwort, in Er-manglung derselben kündigte sie den Krieg an. Die Re-gentinn war keine Prinzeßinn, die dergleichen schimpfli-che Gesetze annehmen mochte. Die Republik hatte garkein Recht auf Brasilien. Es gehörte der Krone Portu-gal! zu, als sie es für einen Theil Spaniens hinweg nahm;und die übrigen portugiesischen Besitzthümcr, welche die-selbe angefallen hatte, befanden sich, seit dem sich Portu-aall wieder frey gemacht, vollkommen in einem ähnlichenFalle mit einem Schiffe, welches ein Bundsverwandter,der es dem feindlichen Corsaren abgenommen hat, ver-bunden ist, seinem ersten Eigenthumsherrn wieder zu ge-ben. Die Deputirten verwarfen mit vielem Stolz dasAnerbieten der Regentinn von einer Vergütung gleichenWerthes. Da sie für gewiß annahmen, .daß^ sichs diePortugiesen für ein Glück halten mästen, die ihnen vor-gelegten Bedigniffe anzunehmen, so verdoppelten sie dieDrohungen. An statt aber eine Furcht einzujagen, er-zeugten sie Erbitterung. Die Regentinn hielte den Kriegschon für angekündigt; und sie ließ die in ihren Häfen be-findlichen holländischen Schiffe in Arrest nehmen. Dieabgeordneten Rathsherren protestirten mit einer stolzenErnsthaftigkeit, wider diese vorgegebene Beleidigung: sieverlangten vorgelassen zu werden, um in Gegenwart desganzen Hofs, auf gut römisch, ihre Kriegsankündigung
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