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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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494 StaaLsgeschichte von einem

und Algarbien / künftig ihrem Könige zugehören sollten,nach dem Fusse, wie dieselben sich vor ihrer Vereinigungmit der spanischen Monarchie, unter Philip dem H, be-funden hätten, in soweit diese Restitution wirklich vonSpanien abhänge. Und dieses ist die Beschaffenheit, wor-innen sie sich noch befinden. Aber es fehlt gar viel, daßdieser Zustand der nehmliche seye, worinnen dieselben derKönig Philip der H bey ihrer Eroberung gefunden hatte.Die Entdeckung der Reichthümer Brasiliens, zu Anfangedieses Jahrhunderts, hat die Portugiesen ihrem altenUeberfluß 'wiederum genähert. Es hat aber keinen An-schein, daß sie wieder in ihr altes Ansehen jemals tretten.

Vierzehendes Capitel.

Ränke und Unterhandlungen der KroneFrankreich vom aachener Frieden 1663 an,bis auf den Einfall in die vereinigtenProvinzen.

§. i. Abriß von der Ehrlichkeit eines Staatsman-

nes. Fehler des Pensionarius Johann van Witt.

einer guten Regierung muß der Staatsminifterzwo, von einander ganz verschiedene, Personenvorstellen, davon jegliche ihren eignen Charakter hat. Inseinen Verhältnissen gegen das Äolk, so er regieret, kanner die Gesetze der Gesellschaft nicht genau und gewissen-haft genug beobachten. Er soll so gar scheinen, als ober denselben eine übertriebene Gewalt zuschriebe, um ei-nen rechten hohen Begriff von der Ehrfurcht, so diese Be-sehe verdienen, und von den Verbindlichkeiten, die sie auf-legen , zu erwecken. Er muß sich Hochachtung und Ver-trauen