Jahrhundert/XIV. Capitel. 4s,
men Von der Nothwendigkeit, sie zu Grunde richten zu müs-sen , wann er seinem Ehrgcitz ungestraft nachhängen woll-te ; und / gleichsam als wann er befürchtet hafte, daß die,den Absichten Frankreichs auf die spanischen Niederlandein Weg gelegten, Hindernisse diese Krone noch nicht ge-nug aufgebracht hätten, wollte er auch derselben in ihremVorhaben auf Lothringen entgegen arbeiten. Er ver-suchte die übrigen Mächte dahin zu bringen, den Herzogin ihren Schutz zu nehmen: und schlug zu dessen Behufeinen Bund vor. Man sollte sagen, er habe sich rechtbeflissen, sich dem Könige Ludwig beschwerlich zu machen,und das Ansehen zu haben, als trotze er dessen Empfind-lichkeit zu der Zeit, da die republikanische Parthey sich nichtohne den Schutz dieses Monarchen erhalten könnte.
§. 2. Zustand der Republik.
Die Staaten hatten sich durch den hohen Begriff,den sie sich einmal von dem Pensionarius gemacht, ver-führen lassen, daß sie nur durch seine Augen sahen.Selbst der van Beuningen, welcher gegen die Franzosenzu Aachen, das Wetter, so die Tripleallianz wider sie zu-sammen zöge,vergrössert hatte, war eine Zeitlang davonüberredet, daß die Furcht Ludwig den XIV zurück halte;und fuhr fort ganz hochtrabend zn handeln. JohannBorecl, einer der allerunwissendesten Minister, so die Re-publik jemals gehabt hatte in Engelland, bildete sich ein,den König Carl samt seinem Staatsrathe ausgeforschet znhaben; und er stunde für deren Treue gegen die Triple-allianz gut. Der Ritter Temple, ein anderer Staats-mann von Treu und Glauben, unterhielte die Staatenin ihrem Irrthum, indem er glaubte, sie von Irrwegenabzuhalten. Weil er eine allzugrosse Meinung von sichhatte, als daß er hätte glauben sollen, daß man sichs nurunterstehen konnte, ihn betrügen zu wollen ; so legte ergleich alles Mistrauen gegen die Versicherungen ab, dieihm der Graf von Bertington gab. Er ließ sich gar kein
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