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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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498 Staatsgeschichte von einem

1669 unterzeichnet. Diese verbände Engelland und Hol-land gemeinschaftlich zur Unterhaltung einer Flotte von 8crKriegsschiffen/ Schweden aber zur Bereithaltung einerLandarmee von 16022 Mann/ mit Artillerie wohl verse-hen. Obgleich diese Hülfsmittel weit entfernet waren, derGeschwindigkeit des Feindes, dem sie widerstehen sollten,gleich zu kommen, so hielte sie doch der Pensionarius fürhinlänglich. Er ließ ihre Grenzen in ihrem Stande derSicherheit, darinnen sie sich seit dem mnnsterischen Frie-den befunden. Es war ihme genug, die Fürsten desReichs zu Errichtung eines Bündnisses einzuladen, ohneihnen weiter einige Beweggründe aus einem besondernInteresse vorzustellen, die iin Stande gewesen waren, siezum Entschluß zu bewegen. Hingegen machte er, daßdie Truppen, welche verschiedene unter ihnen der Repub-lik anboten, nicht angenommen wurden. So wollte erauch nicht, daß die Staaten einen von den Subsidien-traktaten, die weniger kostbar, und fast von eben derNutzbarkeit waren, als die allergenauesten Vertheidigungs-bündnisse, eingehen sollten. Die Staaten stimmten dar-auf, die Summen, welche die teutschen Fürsten verlang-ten, um ihre Truppen in Bereitschaft zu halten, damit sieauf jeglichen Wink sich in Marsch setzen könnten, aufzu-spahren, und lieber teutsche Truppen völlig dafür zu er-kaufen. Dieses war abermals ein Fehler des Pensiona-rius, der nicht merkte, daß dieser Entschluß der Scaarenden Anhängern des Hauses von Oralsten die Hoffnungübrig ließe, die Republik mit einer Armee versehen zusehen, die nothwendig die Erwählung eines Generals er-fordern würde. Unterdessen als dieser, hierinnen unver-ständige, Staatsmann seine Gegenparthey verstärkte, linddie Dundsverwandcen der Republik zur Kaltsinnigkeit ver-anlaßte ; ließ er an den Höfen fleißig arbeiten , um dieAllianz und die Garantie über den aachener Traktat gegenLudwig den XIV zu verstärken. Da er nun aus der Re-publik den Mittelpunkt der Vereinigung der Feinde diesesMonarchen machte, so überzeugte er denselben vollkom-men