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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
Entstehung
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Jahrhundert, XIV. Capitel. ;o-

dmch ein Edikt den Verkehr, der die Seele von der Hand/lungist, aufzuheben; und es geschah, so zu reden, auseinem blinden Trieb, daß nicht der Schluß kund gemachtwurde, daß die Franzosen künftig ihr baares Geld denholländischen Handelsleuten, ohne einigen Wiederkehr zuhoffen, geben, von denselben einkaufen, aber nichts wie/der an sie verkaufen, sollten. In den damaligen, alsden allergefährlichften, Umständen worinnen sich die Re-publik jemals befunden hatte, glaubte sie für sich selbst,ohne andern Beystand, bestehen zu können, ohne sich ineinige etwas beschwerliche Verhältnisse mit andern Staa-ten einzulassen, ohne alle Hochachtung gegen die übrigenMächte, und ohne eine weitere Beforgniß als für denReichthum ihrer Unterthanen.

Man trug keinen Scheu sich mit dem Könige vonDänemark abzuwerfen, indem man ihn auf eine unge-bührliche Weise anhielt, die, ihme von den Amsterdammernvorgeschossene, Geldsummen heimzuzahlen. Man schehr-te Engelland wegen der Wiederersetzung einiger Güterder Pflanzstädte von Surinam. Man achtete es nichtder Mühe werth zu seyn, den Churfürsten von Cölln zubefriedigen, den Bischof von Münster auf die Seite zuziehen, oder die Freundschaft des Churfürsten von Bran-denburg zu verdienen. Die Republik beraubte sich selbst,innerhalb zwey Jahren, ihrer innerlichen Kräften und ih-rer Missten, welche ihre auswärtigen Kräften würdenausgemacht haben. Nachdem man Spanien mit einermilitärischen Execution bedrohet hatte, wann es die zuBreda ausgemachten Subsidien nicht bezahlen würde,richtete man seine Augen doch vorzüglich auf ein Bünd-« mit demselben, weil man es nicht für geldfressend an-sähe; und wann diese Krone, die Ludwig der XIV fürnichts achtele, hatte durch ihren Minister, den Lisvla, imHaag erklären lassen, daß sie weiter nichts als den Na-men zur Tripleallkanz hergeben könnte; so wüste man nochnicht, daß, wann dieselbe sich nicht mit den Staaten we-

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