zo4 Staatsgeschichte von einem
drangen dabey nicht auf eine geschwinde Vollziehung/ weilder König gegenwärtig durch die im aachener Traktat ge-schehenen Abtrettungen zufrieden wäre / und seine weiter»Ansprüche nicht ehender/ als nach des Königs von Spa-nien Tod, für gültig angesehen wissen wolle. Ludwigder XIV ließ sich herunter / wegen einiger stolzen Aeusse-rungen seiner Minister / welche Spanien als Eingriffe inihre Souverainetätsrechte betrachtete / Entschuldigungenvortragen / und bey den Staaten um Nachsicht ansuchenzu lassen. Er erböte sich die Entscheidung dieser geringenStreitigkeiten dem Urtheil einiger erwählter Schiedsrich-ter zu überlassen. Die Antwort des Pensionarius / wannsie genau ausfiele/ sollte von dem Schicksal der Republikdie Entscheidung geben. Er konnte weder die neue Al-lianz annehmen, ohne die Verbindung von Breda selbstwieder aufzuheben; noch konnte er dieselbe verwerfen/ oh-ne der Krone von Frankreich merken zu lassen / daß dieProvinzen auf immer von ihr entfemet seyen. Im er-stem Falle würde die Republik der Diskretion Ludwig desXIV überlassen worden seyn: der andere aber würde demMonarchen alle Ursachen / sie zu schonen / aus dem Weggeräumethaben/ indem er ihr den wenigen Nutzen davonzeigen würde. Es scheinet/ die gesunde Staatsklugheithabe erfordert/ daß der Pensionarius / ohne die neue Ver-bindung einzugehen oder schlechterdings zu verschlagen/sein altes Bezeigen/ welches die Gefahr zehen Jahrelang von der Republik entfernet hatte / wieder hätte her-vorsuchen sollen ; daß er die Minister von Frankreich /durch ein erdichtetes Eingeständniß des guten Rechtesihres Herrn/ nach dem Tode des Königs von Spanienohne Leibeserben / aufgezogen hätte; daß er sich in einevertrauliche Unterhaltung mit ihnen über die von ferne /wegen einer ungewissen Zukunft zu nehmenden/ Maasre-geln hätte eingelassen. Das wäre alles gewonnen gewe-sen / wann dem französischen Staatsrath Ursache gebliebenwäre sich zu schmeicheln/ die Staaten noch hinter dasLicht zu führen. Aber die Aufrichtigkeit des Pensionarius
ver-