Jahrhundert, XIV. Capitel. 50 z
welche die Bundsgenossen verpflichtete ihn zu bekriegen,im Falle er/ auf Kosten eines Dritten) die Ansprüche,welche man für Gerechtsame erkennet hatte / weiter ver-folgen würde / unter dem Namen eines Vertheidigungs-bundes geschlossen war/ in der That aber ein Troßbünd-niß gewesen ist ; so sahe daflelbe Ludwig doch für keineFeindseligkeit an. Da er durch politische Handgriffe an-gegriffen war, erachtete er für dienlich / sich durch dienehmlichen Mittel zu vertheidigen. Unterdessen als sichdie Staaten Glück wünschten / Engelland und Schwedenzu der Vertheidigung der Niederlande verstricket zuhaben/und sich durch List und heimliche Verständnisse bemühe-ten/ die übrigen Machte diesen beiden Kronen zuzugesel-len ; ließ sich der französische Hof angelegen seyn/ Schwe-den und Engelland wieder zu gewinnen / die Fürsten desReichs mit zu der zu Grundrichtung der Republik / als«ine ihnen Vortheilhafte Sache / hinein zu ziehen / undsolche Maasregeln zu ergreifen/ daß die Staaten selbstdie Bande der Tripleallianz zerreißen müssen. Estradesreißte nach Holland / allwo er sich ohne öffentlichen Cha-rakter aufhalten sollte. Da er nun vorgab/ daß seinePrivatangelegenheiten die Ursache seiner Reise gewesenwaren / so fand er mehr Glauben und Vertrauen gegensich bey seinen alten Bekanntschaften / und selbst auch beydem Pensionarius/ mit welchem er sich als ein Freund zubesprechen das Ansehen hatte. Arnaud de Pompone/ dervielleicht eben so viel Geschicklichkeit besaß als der Grafvon Estrades/ aber weniger Erfahrenheit / kam nach demHaag als Ambassadeur. Einer wie der andere ließ alleseine Kräften des Verstandes arbeiten. Pompone schlugden Staaten vor / und Estrades riech dem Pensionariusda;»/ eine neue und viel genauere Verbindung/ als dievorige gewesen / zwischen der Republik und der Kronevon Frankreich zu errichten; und überließ dabey derWahl der Staaten / den beliebigen Plan von allen je-mals gemachten Entwürfen/ in Betreffung der spani-schen Niederlande/ anzunehmen. Diese beiden Minister
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