Jahrhundert, XIV. Capitel. 507
finden ließen. Dieser Prinz/ den die Wohlfahrt seinerUnterthanen und sein eigner Ruhm zum Feinde der Re-publik 'machen sollten / verkaufte seine Verbindung widersie an den König Ludwig den XIV. Dieses war eineNiederträchtigkeit. Aber wann er von dem Gelde / undvon der Diversion dieses Alliirten seinen Vortheil gezogenhatte, um die Republik bis an den Abgrund ihres Ver-derbens zu treiben; und wann er hernach die Holländervor ihrem gänzlichen Umsturz doch bewahret hätte/ würdeer denselben seinen Beystand wider Frankreich theuer ha-ben verkaufen können: er würde sodann lediglich wegeneiner Scrupellosigkeit der üblen Nachrede Anlaß/ zugleichaber ein Muster für ehrgeizige Prinzen abgegeben haben.Dem Staatsrath von Frankreich würde durch eine Alli-anz/ worauf er sich viel eingebildet hatte/ eine große Nasegedrehet worden seyn. Die unermeßliche Zurüstung/ wel-che Ludwig der XIV zu einer Eroberung bestimmet hatte/würde zur Vergrößerung der Macht von Engelland gedie-net haben: und dieser Monarch / nachdem er den Werk-zeug des Haffes Carls / und der Eifersucht der Engellän-der wider die Holländer erst abgegeben / würde sich/ auchwider seinen Willen / am Ende als den Werkmeister derUeberlegenheit Engellands gegen die Republik erfundenhaben. Um Carln tadeln zu können / muß man Rechen-schaft von seinen Absichten fordern / und ihn wegen seinerbegangenen ausgeübten Untreue wider die Tripleallianz/vielweniger nach der natürlichen Beschaffenheit derselben/als nach den Beweggründen dazu / beurtheilen.
Nachdem Engelland seine Landschaften über demMeere verloren hatte / so würde es / vermöge seiner Lage/ein Königreich von sehr geringem Ansehen in Europa ge-worden seyn / wann sich daßelbe nicht mit Eifer auf dieHandelschaft geleget hätte. Die Armuth der Polaken/mitten unter dem Ueberßuß der / den Menschen allernoth-wendigsten/ Früchte und Lebensmittel/ beweiset hinläng-lich / daß die Engelländer von denjEinsammlungen in ih-rem