528 Gtaatsgeschichte von einem
rein Lande nicht reich würden geworden seyn, wann sie inihrer Insel durch Fremde, die in den andern Ländern derWelt, theils durch die Natur, theils durch die Arbeit undKunst hervorgebrachten Waaren, die zu einem Theil derNothdurft geworden sind, hatten empfangen müssen. DieSchiffarth war dasjenige, was ihnen den VortheilhaftenVerkehr der Früchte ihrer Landschaften verschaffet, undwodurch bey ihnen die Künste und der Fleiß sind aufge-muntert worden. Die Königinn Elisabeth empfände, daßEngelland nicht hochangesehen würde, als in so ferne das-selbe durch seinen Reichthum sich in den Stand sehen wür-de , seinen Bundsverwandten beyzustehen, und sich, so zusagen, den übrigen Machten dadurch nahem. In derThat erstreckte dessen Einfluß sich weiter mit dem Wachs-thum seiner Seemacht und Handelschaft. So lange Gros-britannien sich genügen ließ eine ehrwürdige Potenz zuseyn, konnte es sich aus Interesse und Freundschaft mitandern handlungtreibenden Machten vereinigen. So lan-ge daßelbe nur auf die Gemächlichkeit dachte, die sich beyder Mittelmäßigkeit einfindet, konnte es auch ohne Eifer-sucht über diejenigen Staaten bleiben, die aus der nehm-lichen Quelle mit ihme schöpften: indem es sich überrede-te, daß diese Quelle für alle hinlänglich seye, konnte esglauben, daß es ihme auch Vortheilhast seye, solche ge-meinschästlich zu erhalten, um eine Nacheiferung zu er-wecken. Aber nachdem der gewaltthätige BeherrscherCromwel von der Mäßigung der Königinn Elisabeth ab-gieng, und bey den Engelländern die Begierde erregte,sich fürchterlich zu machen, und die Leidenschaft, zu herr-schen; so änderte sich das Interesse Engellands, in Ab-sicht auf die handlungtreibenden Mächte, völlig. Nunbedurfte Engelland unermeßliche Reichthümer, um diegränzenlosen Ausgaben, welche der angenommene EhrgeiHihme unvermeidlich machte, bestreiken zu können. Anstatt einer völligen Freyheit auf der See, welche sich die-ses Reich mit leichtenj Kosten erworben, wollte es nun dieHerrschastj.darüber. Seine Begierde Iwuchs mit seiner
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