Jahrhundert/ XIV. Capitel. 51Z
(Fille d' intrique), welches, durch große und glücklicheErfolge ihrer listigen Unternehmungen / bewahrt war/ alsRathgeberinn zu. Eine junge Bretagnerinn/ die alleihre Gefehrtinnen an Annehmlichkeiten übertraf/ Ehren-dame bey der Prinzeßinn/ hatte genaue Anweisung/ dasHerz des König Carls ja nicht zu verfehlen; und der Mar-quis de Croissi wurde mit Geld versehe«/ wie auch mit ei-ner völligen Vollmacht zur Abschließung des Traktats,den diese außerordentliche Gesandschast entwerfen würde.Es war iun Monat April des Jahrs 1672/ daß die Ma-dame den Auftrag zu ihrem Vornehmen bekam. Umdenselben der Welt besser zu verbergen / unternahm Lud-wig der XIV mit seinem Hofstaat eine Reise nach Dün-kirchen. Die Prinzeßinn gab vor / daß die nahe Nach-barschaft die Liebe zu ihrem Bruder den König/ und dasVerlangen ihn zu sehen / vermehre. Carl ließ ihr Ver-langen statt finden/ und gieng ihr bis nach Dover entge-gen / allwo die schöne Bretagnerinn der Beredsamkeit ei-ner zärtlich geliebten Schwester den Triumph verschaffte.Man glaubt/ Carl habe eine Zeitlang über deich zum Uin-sturz der Republik bestimmten / Zeitpunkt gestritten; unddaß seine Wünsche dahin gegangen waren/ vorher un-umschränkter Herr in Engelland zu werden / ehe er sichzur Unterdrückung der Freyheit der sieben vereinigten Pro-vinzen / rüsten müste. Dem sey aber wie ihm wolle/ ge-nug die Madame kehrte nach Frankreich zurück/ in derMei-nung/ ihren vorgehabten Zweck erlanget zu haben. Dieschöne Kerwel verblieb bey ihrem neuen Liebhaber/ mitder Ueberzeugung/ ihrer Vorschrift vollkommen nachge-lebt zu haben; und der Marquis de Croissi brachte dieBundsartikel ins Reine/ von deren Unterzeichnung diebenannte Schönheit die Versicherung war. Man weißden Tag des Abschlusses nicht L). Aber man weiß den
Jn-
H Vaderl. Hist. Th. XUl. S. 410. Basnage 1 . U-
yy) Philip den Herzog von Orleans des Königs Bruder.
Erster Theil. K k