5i8l Staatsgefchichte von einem
tung gezogen, als diejenigen , die sich noch zu derselbenschlagen könnten. Er hatte diesen Bund als den Grundzu einem Damme angesehen, welchen, ganz Europa eilenwürde, auszuwerfen und in vollkommenen Stand zu se-tzen ; und unter den Maasregeln, so er sich vorgesetzt hattezu ergreifen, um die drey Alliirten in ihren Absichten zustöhren, hielt er für die allerwichtigste," in der Eile dieteutschen Fürsten wieder zu gewinnen. Der Comman-deur von Gremonville, Envoye zu Wien, gewann daselbstdie Gewogenheit der verwittibten Kaiserinn, und brachtegar bald des Kaisers geheimen Rath in Bewegung. DerCardinal von Fürstenberg, Bischof von Strasburg undvorderster Minister des Churfürsten von Cölln, versprachdas Bündniß seines Herrn. Verjus arbeitete an den Hö-fen der Herzoge von Braunschweig. Der Bischof vonMünster wurde auf die Seite gebracht. Courtin war inSchweden, um daselbst das angefangene Werk des Pom-pone zu vollenden. An die Höfe von Baiern und Ber-lin wurde durch Anerbietungen und Versprechen gesetzet.Der Herzog von Lothringen, dessen Worten man nichtglauben wollte, wurde aus seinen Staaten verjagt. Diefranzösische Staatsklugheit machte sich an alle mächtigeFürsten des teutschen Staatskörpers. Der heftige Streit,zwischen der cöllnischen Bürgerschaft und ihrem Erzbischofe,gab dem französischen Hofe Gelegenheit, seine Unterneh-
mun-
8i) Coün hatte so unrechtnicht, wie der Autor angiebt;der Äusgang des Streits er»weiset es. Es walteten zwi-fchen ihr und dem Churfür-sten Streitigkeiten vor wegender crim. Iurisd. Damalswar ein unglücklicher Zeitpunktfür die Reichs-und anderemit großen Freyheilen verse-hene Städte, deren verschie-dene theils angefochten, theilsunterdrücket sind worden.
Cölln wurde durch die Exem-pel aufmerksam, vermehrteseine Destungswerker undnahm holländische Besatzungein. Ersteres sonderlich saheder Churfürst als eine Lasio-nem Territorii an, das ande-re wollte derBischofvon Mün-ster als Craißdirektor nichtleiden. Als die Sache so ernst-haft geworden, daß es-zumKriege kommen sollte, legtesich der Kaiser durch Ernen-nung