Jahrhundert, XV. Capitel, 527
Schritt zu wagen, dessen schlechter Fortgang, der vielwahrscheinlicher war als ein erwünschter, noch viel ver-drießlichere Folgen haben müsse. Er ließ den König von.Engelland bitten, zu erklären, daß die Ausschliessungs-akte seye von der Republik durch den Cromwel herausge«nöthiget worden. Dieses war nun eine Lüge, um welcheer einen Prinzen ansprach, der zwar nicht sonderlich ge-wissenhast, aber desto geldbegieriger, war; und er ließ dieAnsuchung um die Gefälligkeit ergehen, ohne eine Beloh-nung dafür anzubieten. Carl, der sich durch seine Auf-richtigkeit eine Ehre erwerben konnte, wann er einemManne, den er nicht liebte, einen unzuvergelrenden Dienstvon der Art, abschlug, dachte doch, der Pensionariusmüsse noch gefchonet werden; und an statt die Aufdeckungder Unwahrheit mit der Gemeinmachung der Urkunden,die er in Händen zu haben gegen den Estrades äusserte,zu begleiten, um sie zu erweisen; antwortete er nur kalt-sinnig , daß er nicht genug von dieser Angelegenheit un-terrichtet seye, um etwas gewisses davon sagen zu können.Man ergründete in den Provinzen den Schimpf, dessenCarl den Feind seines Neffen überhoben hatte. DiePrinzeßinn Mutter verdoppelte ihr Ansuchen mit der Pro-vinz Holland; und schon hatte sie den Adel insgesamtge-wonnen, als sie eine Reife nach Engelland unternahm -),allwo sie mit dem Könige, ihrem Bruder, die Ausfüh-rung der Revolution einzufädeln und zu verabreden hoff-te. Ihr Tod, der bald nach ihrer Ankunft zu Londonerfolgte >), errettete den Pensionarius von einem verdrieß-lichen Handel; und ihr Testament ruinirte die Zuberei-tungen , so sie zu ihres Prinzen Beförderungen gemachthatte., Carl wurde den Staaten verdächtig, sobald als ersich, dem letzten Willen seiner Schwester zu Folge, derVormundschaft über den jungen Prinzen anmassete. VanWitt, der seit dieser Veränderung kühner geworden, küm-merte sich wenig mehr wegen des persönliches Haßes,deßen man ihn gegen die Prinzen von Oranien beschul-digte,
-) Vaderl. Hist. S. rz6. -) den z Jänner r66l.