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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, XV. Capitel. 5z z

entschloß sich daher das äusserste zu thun sie zu rühren,nehmlich durch ein gänzliches Vertrauen aufdieGroßmuthderselben. Ohne einen andern Fürsprecher bey denselbenzu haben, als die grosse Erniedrigung des jungen Pupil-lens, stellte sie diesen den Staaten als einen Waisen vor,an dessen Bildung des Geistes, und der Eigenschaften zueinem Privatleben, wozu sie ihn verdammten, ihnen vielgelegen seye. Die Republikaner selbsten waren nicht imStande, avider das Wahre in dieser Bitte etwas einzu-wenden; und van Witt sahe sich gezwungen mit der gan-zen Versammlung einzustimmen, es wäre billig und nütz-lich , daß die Staaten die Sorge der Auferziehung desPrinzen über sich nehmeten. Erwürbe denen Herren derRegierung zum Haupte gegeben, welche die Versammlungzu Hofmeistern ernannte. Ein anderer junger Prinz voneiner nicht so niedergeschlagenen Gemüthsart, und voneinem viel lebhafteren Geiste, möchte vielleicht die, ihmam ersten beygebrachten, Begriffe und Eindrücke gegendiejenigen haben fahren lassen, welche sich der Pensiona-rius alle Ätübe gab , ihme einzuflösen. Vielleicht be-harrete auch der Prinz aus keiner andern Ursache dabey /als weil man die Sache nicht recht angriffe, oder zu spätdamit anfieng, dieselben zu vertilgen. Dem sey nun wieihm wolle, der Pensionarius verzweifelte gleich daran«inen jungen Prinzen auf seine Grundsätze herüber zubringen, dessen tiefsinnige Verschwiegenheit andeutete,daß er schon gewohnt seye dasjenige zu überdenken, wasihme einmal in den Kopf gebracht wäre worden; unter-dessen unternabin er doch alles ihn zu überreden, von denAnsprüchen auf die Vorzüge seiner Vorfahren abzustehen;er entrisse ihm alles, was ihn in dem Vorhaben dieselbenwieder zu erlangen steiften, oder dazu behülfiich seyn konn-te. Es wurde eine gänzliche Veränderung in des PrinzenHaus getroffen; van Witt nahm ihm diejenigen Haus-?bedienten, deren Verstand und Herz ihme Hülfsmittel andie Hand geben konnten; vor allen aber wurden die En-gelländer weggeschaffet : Wilhelm war gänzlich der Wille

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