54» Staatsgeschichke von einem
«ine Rede in der Versammlung, ernannte daselbst einenSubstituten, und schickte an die Generalstaaten, ihnen zuhinterbringen, daß er nunmehr das Recht erlanget habe,jn den Staatsrath einzurretten. Die Prinzeßinn Gros-mutter unterstützte diese kecke Unternehmung ihres Enkels,indem sie erklärre, daß sie ihn, so viel an ihr läge, vonaller vormündlichen Gewalt frey spräche. Auf einmal,ehe der Pensionarius nur den geringsten Argwohn davongefastet hatte, befände sich der junge Prinz, den er, voneiner langsamen Fähigkeit und eingeschränkten Geistes, zuseyn erachtete, mündig, und als das Haupt von einerProvinz, durch eine Aufführung, welche dem ältestenStaatsmanne Ehre würde gebracht haben. Die Provin-zen von Frießland und Groningen, ließen ein Circular-schreiben an die fünf übrigen wider das beständige Ediktergehen. Wilhelm hatte bis daher nur einen einzigenSchritt gethan, und da dieser glückliche Schritt die Zu-bereitungen seiner Feinde von zehen Jahren her vereitelte,so befände er sich gleich anfangs in einer Gleichheit desAnsehens mit ihnen.
H. z. Letztere Bemühungen des Pensionarius. Der
Prinz erhält das Commando über die Kriegsvölker^
So viel Heimlichkeit, Klugheit und Lebhaftigkeit indem jungen Prinz Wilhelm, würde einem, weniger hals-starrigen, Staatsklugeü als van Witt war, von der Noth-wendigkeit überzeugt haben, sich eiligst mit einem Wider-sacher zu vertragen, dem er ctwan seine Wiederversöh-nung, noch als eine Wohlthat hätte anrechnen dörfen;und welcher, da er schon im Stande war ihm die Spitzezu bieten, von Tag zu Tag viel geschickter, und durchsein Interesse mehr veranlasset werden muste, seinen Un-tergang zu befördern. Aber der Republikaner achtete we-der Vortheil, noch Nothwendigkeit für hinlänglich, manch-mal von seinem Grundsätze etwas nachzulassen. Er hattenoch große Hülfsmittel zur Hand, aber er hielte sie noch