544 StaatSgeschichte von einem
Kalte begehret/ daß die Gesandschaft der Republik zu Lon-don ihinc^ die ihnen aufgegebenen/ Geschäffte zurMit-wissenschaft bringen sollte/ damit er zu Erhaltung des End-zwecks gemeinschaftlich mir ihnen arbeiten konnte; abervan Witt machte/ daß es ihme versaget wurde/ in derHoffnung/ daß/ wann der Prinz sich der Begierde/ ohneeinen klugen Anführer zu haben/ sich in Ansehen bey denStaaten zu sehen / doch überlassen würde / derselbe einigeFehltritte in seinen Unternehmungen begehen sollte/, da-von die Republikaner den Vortheil ziehen könnten / ihn inMlscredit zu sehen. Aber seine Aufführung zu Londongab seinen Feinden keine Gelegenheit dazü; und das Volkwar schon so stark zu seinen Gunsten eingenommen / daßin seiner Abwesenheit/ als man darüberzU Rathe gieng,eine Armee auf die Beine zu bringen/ verschiedene Pro-vinzen zu verstehen gaben / wie sie keineswegs in die An-werbungen willigen würden / woferne nicht vorher Wil-helm zum Generalcapitain ernennet wäre «). Der Pen-sionarius zog unnühlicher Weise die Berathschlagungenauf; er muste sich doch endlich in das allgemeine Verlan-gen ergeben; und seinem Charakter gemäß that er solchesauf eine sehr unschickliche Art / ohne zu glauben / daß seinWiderwille das Verdienst von seiner Gefälligkeit bey demKönige von Engelland vermindern müsse. Nachdem dieEntschließung paßiret hatte / schmeichelte er sich / das We-sentliche davon zu verwandeln/ und die Wirkung kraftloszu machen / durch die Aufrichtung einer Capitulation fürden neuen General / welche denselben in der größten Ab-hängigkeit erhalten sollte. Er machte/ daß nicht nur in denzu verfertigenden Aufsah kam / daß die Gewalt des Prin-zen blos auf das Kriegswesen eingeschränket seyn / undden Provinzen nichts/ an dem sich vorbehaltenen Rechte/die Beförderungen zu besorgen/ benehmen sollte. Ermachte ihn nicht allein/ si> gar im Felde/ einer Rathsver-sammlung von Deputirten der Staaten unterwürfig; son-dern er misbrauchte auch seinen Credit so weit/ daß die
Gül-
H Daderl. Hist. T. X1H. P. 453-