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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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z 56 Staatsgeschichte von einem

che Carl für ein Verfahren , welches ihn selbst in dm Au-gen seiner Unterthanen veruuehrte, erhielt«. Sein Ma-nifest kam einen Monat darauf zum Vorschein; und obes gleich wenigstens scheinbar hatte seyn können, so beob-achtete doch der Minister, der es aufsetzte, den VortheilEngellands so gar schlecht, daß die surinamische Sachedie beste Urkunde zur Rechtfertigung darinnen ausmachte.Halt man es gegen Ludwigs des XIV Manifest, so gibtes ganz Europa zu erkennen, daß die beiden Könige einenKrieg haben wollten. Sie fangen denselben mit glei-cher Überlegenheit an. Aber gar bald machte die ver-schiedene Art zu denken und zu regieren einen grossen Un-terschied in ihren Verrichtungen.

Das französische Geld und die den beiden Kammernauf falsche Vorstellungen abgedrungenen Subsidicn, nebstdenen durch die Schliessung der Rechnungskammer Pri-vatpersonen abgenommenen Summen, setzten Carln inden Stand, eine mächtige Flotte zu unterhalten. DasVolk, dessen Geschmack für die See bestimmt war, lehn-te sich nicht wider das Vorhaben und die Absichten desKöniges auf: es nahm willig Kriegsdienste an. Aberdie Werbungen der Soldaten zu Lande, deren man zu denLandungen an den Küsten, oder in den kleinen Häfen derRepublik, benöthigt gewesen wäre, konnten nicht vor sichgehen, ohne die Nation in Bewegung zu setzen, welchealles für ihre Religionund für ihre Freyheit fürchtete, voneinem Prinzen, der zu seinen übrigen Fehlern noch denGeschmack an der katholischen Religion und an einer will-kührlichen Macht hinzufügte. Also begnügte sich die engli-sche Flotte, Treffen zu liefern, dabey der König keinenandern Nutzen suchte, als diesen, daß seine Feinde seinenVerlust und seine Kosten mit ihm theilen mussten. DieAdmirale der Republik, Ruyter und Tromp, deren gan-ze Anweisung darinnen bestünde, sich wohl zu wehren,erfüllten dieselbe mit eben so vielem Glück als Geschicklich-keik. Mit weit geringern Kräften behaupteten sie doch