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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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;8o Staatsgeschichte von einem

thigr werden, ihre Fischerey zu erkaufen, oder unterwür-fig zu machen. Aber der spanische Minister befreyete sievon dieser verdrüßlichen Wahl. Er gieng mit solcher Ge-schicklichkeit mit Carln um, daß der Fischerey in dem Trak-tate gar nichc gedacht worden. Dieses ist der einzige ge-schickte Zug, den diese Unterhandlung an die Hand giebt.So wichtig dieselbe war, so fand sich doch keine Schwie-rigkeit dabey. Als sich Carl ein Bedenken machte, das,was er Ludwig dem XIV versprochen hatte, zu brechen,gab ibm sein Parlement, welches sich für einen Easuistenauswarf, zur Antwort, das sey ein sittliches Uebel, einenandern zu betrügen, aber er könnte doch mit guten Ge-wissen sich an Ludwigen rächen und ihn wieder betrügen.

Mit Ludwig dem XIV stund es damals so, daß erden Kaiser und das Reich, Spanien und die Republik,nebst dem Könige von Dänemark, zu Feinden; zuBundsgenossen aber weiter niemand hatte, als die Chur-fürsten von Bayern und Cölln, nebst dem Bischof vonMünster. Schweden, welches durch seine Vermittlunggenöthigt war, gänzlich neutral zu scheinen, Versuchtees,die Republik um die Fürsten der beiden sächsischen Crcnßezu bringen, indem es ihnen vorschlug, eine dritte Par-they auszumachen, deren Endzweck die Vertheidigung desReiches seyn sollte. Aber das Geld der Staaten, und dieFehler des Marquis von Louvois, machten jener ihre Ver-buche unfruchtbar. Die erstem boten starke Hülfsgelderan; und der zweyte erzürnte durch die Plünderungen derfranzösischen Truppen selbst diejenigen Fürsten, welchebesondere Ursachen hatten, dem Könige seinem Herrn gün-stig zu seyn. Der'Churfürst von der Pfalz, welcher sei-ne Prinzeßinn mit des Königes Bruder vermählet hatte,wurde in die Nothwendigkeit versetzt, zwischen Leopoldund Ludwig dem XIV eine Wahl anzustellen, Feren Ar-meen sonst Wechselsweise würden sein Land geplündert ha-ben, wenn er neutral geblieben wäre; und vielleicht hät-te, der französische Minister mit Hochachtung und einer be-